Der Weg in die Gefangenschaft: Kriegstagebuch. 01. August bis 04. August 1943.

((In HANNOVER, Freistaat Preußen, und LANDSHUT, Freistaat Bayern))

Sonntag, 1. August 1943.

((Fortsetzung des Eintrags vom 31.07.1943))
Tür klingeln. Ja, was waren das für schöne Stunden! – Ich habe mir dann die Stadt angesehen, die Conti u. die Vahrenwalderstr. haben doch allerhand abgekriegt ((gemeint sind Schäden durch gegnerische Fliegerbomben, gw)). In der Philippsbornstr. ((richtig: Philipsbornstr., gw)) war ich zum Vertreter der D.B.-Versicherung. Er war aber nicht da. Ich muß unbedingt eine Versicherung abschließen. – Um 14.19 ab Han. über Celle, Weißenfels, Jena.

Montag, 2. August 1943.

6.30 an München. 10.30 ab München, 11.30 an Landshut. Es hat niemand etwas gesagt, daß wir später kommen. Ich bin immer noch zu gewissenhaft, wäre ich einen Tag später gekommen, hätte niemand etwas gesagt. – Abends war ich im Kino: „Der Senior Chef“, ganz lustig der Film. Am 3. sollen wir fahren, ob wir es tun, müssen wir mal sehen.

Dienstag, 3. August 1943.

Den ganzen Tag haben wir verbummelt. Wir haben überflüssige Klamotten abgegeben, damit wir nicht soviel zu schleppen haben. Unsere Koffer haben wir als Reisegepäck aufgegeben, so haben wir bequemes Reisen. Wir sind neugierig, wie die Sache in T. ((Torgau, gw)) läuft. Abends im Kino: „Der feine Klang“, ein sehr schöner Film. Wir fahren morgen erst! Immer dumm u. f((…?)).

Mittwoch, 4. August 1943.

Heute soll es los gehen. Der Chef der 2., Hptm. Merker, hat Spektakel gemacht, daß wir uns nicht abgemeldet haben, wir waren aber noch nicht soweit. Banschneider ((?)) war schon weg, dem will er noch einen Strich durch die Rechnung machen. Ich habe mir noch ein paar prima Riecker Uniform-Halbschuhe gekauft. Heute ist unserm Klausemann sein 1. Schultag!

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