Kategorie: 1944; 1945; 1946; 1947; 1948; Deutscher; Soldat; Gefangenschaft; Alltag; Kriegsgefangener; Postkarte

Kontakt zur Heimat. Rotkreuzpostkarte aus der Gefangenschaft. 09. Januar 1948. Letzte Folge.

Dieses ist in der chronologischen Reihenfolge die letzte vorliegende Kriegsgefangenenpostkarte des Verfassers Otto Isensee.

Vorderseite.
Ganz oben handschriftlich: Sowje Deutschland.
Überschrift in Russisch, Druckschrift: Unionsverband des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in der Sowjetunion.
Postkarte des Kriegsfangenen.
Empfänger: Frau Else Isensee, Deutschland, 20a Schönewörde, Krs. Gifhorn, Pr. Hannover.
Absender: Kgf. ((Kriegsgefangener, gw)) Isensee, Otto, Wilhelm, U.d.S.S.R., Lager 7437.

((Die Postkartenschreiber waren von der Lagerleitung angewiesen, sowohl ihren Vornamen als auch ihren Vatersnamen anzugeben. Daher das Komma zwischen „Otto“ und „Wilhelm“)).

((7437 ist die Nummer des Lagers Bogorodskoje im Kreis Tscherepowetz. Eine Liste mit den Nummern der Lager in der Region Vologda findet sich hier. ))

Rückseite.
((Unten links ein rautenförmiger Stempel. Es handelt sich vermutlich um einen Sichtvermerk der sowjetischen Zensur.))

Der Kartentext lautet wie folgt:

„9.1.48

Meine Liebsten!
8.1. Karte vom 25.11. u. Eltern Karte vom 26.11.47 erhalten. Wie sehr freue ich mich, daß Klaus schon Geige spielt!! Klausemann, wenn ich komme, können wir wohl schon ein Liedchen oder ein  Duett zusammen spielen!! Ach wie herrlich!!! Wenn ich da bin, soll Herzelein Klavierunterricht haben. Ist niemand da, der ihr Blockflötenunterricht gibt? Ritters Ebba spielt so nett Flöte wie sie schreibt.

   Ich erteile Dir hiermit jede Vollmacht betr. der Wertpapiere. Die Kasse in Hannover wird Dich beraten, welche Du am vorteilhaftesten verkaufst. Sie wird schon zu Deinen Gunsten handeln. Ich kann das von hier natürlich nicht übersehen.

   Sirup ausgezeichnet! Ja, dieses Jahr können wir wohl mit der Heimkehr rechnen. Ach soll dann alles gut werden, Muttchen! Willi schreibt, daß Tante Mariechen gestorben ist u. daß ihm der Beruf Freude macht, auch daß sie Schlachtefest gehabt haben. Hätte ich dabei sein können. Wie oft sprechen wir hier vom Schlachtefest. Aber es kommt ja wieder. Es geht nun wieder dem Licht entgegen, mit riesigen Schritten geht es in das Jahr der Heimkehr. Im ungünstigsten Fall noch 357 Tage!! Die will ich noch tapfer durchhalten, wenn ich an Euch denke, soll es mir schon gelingen. Wie malen wir uns schon alles aus! Pfannkuchen u. Kartoffelsalat, wenn auch ohne Öl, möchten wir essen, wenn wir kommen.

An Gries u. alle Schönewörder herzliche Grüße
Euch grüßt besonders innig Euer Vati.“

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Kontakt zur Heimat. Rotkreuzpostkarte aus der Gefangenschaft. 25. Dezember 1947.

Vorderseite.
Ganz oben handschriftlich: Deutschland.
Überschrift in Russisch, Druckschrift: Unionsverband des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in der Sowjetunion.
Postkarte des Kriegsfangenen.
Empfänger: Frau Else Isensee, Deutschland, Schönewörde, Krs. Gifhorn, Pr. Hannover.
Absender: Kgf. ((Kriegsgefangener, gw)) Isensee, Otto, Wilhelm, U.d.S.S.R., Lager 7437.

((Die Postkartenschreiber waren von der Lagerleitung angewiesen, sowohl ihren Vornamen als auch ihren Vatersnamen anzugeben. Daher das Komma zwischen „Otto“ und „Wilhelm“)).

((7437 ist die Nummer des Lagers Bogorodskoje im Kreis Tscherepowetz. Eine Liste mit den Nummern der Lager in der Region Vologda findet sich hier. ))

Rückseite.
((Unten links ein rautenförmiger Stempel mit der mittig angeordneten Zahl 5…. Es handelt sich vermutlich um einen Sichtvermerk der sowjetischen Zensur.))

Der Kartentext lautet wie folgt:

„1. Weihnachtstag 1947.

Meine Liebsten! Noch einmal eine Weihnacht ohne Euch, sicher aber die letzte! Wie habe ich an Euch gedacht! Besonders an Weihnachten 47 ((mit Rotstift in 37 korrigiert)) in Hannover. Der Klausemann sollte mir das kleine Briefmarkenetui geben u. wollte es wieder loslassen. Ach Muttchen … Einen netten Tannenbaum m. Lichtern hatten wir gestern abend. Heute nachmittag treffe ich mich mit 2 lieben Bekannten u. wir werden uns von der Heimat u. von Euch erzählen. – Keine Post, 3 Karten an Eltern geschrieben, keine Antwort. Schreib Du möglichst mit Schreibmaschine, besser für Zensur. Um mich keine Sorge haben, bin sehr warm angezogen u. werde den Winter, den letzten!!! schon überstehen. Bald beginnt das Jahr 1948, das Jahr der Heimkehr!!! Wie gut soll dann alles werden, ich sage nicht schön. Wir sind ja unendlich reicher u. reifer geworden. Ich habe noch eine Heimat u. ein Heim. Wie geht es Euch? Was machen die lieben Kinderlein? Ihr Bild steht tannengeschmückt vor mir, zu schön! Was machen Mümmelmann u. Fridolin, Klausemann? Läßt Du sie auch nicht hungern? Haben sie schon Junge? Herzliche Grüße an alle lieben Schönewörder. Euch grüßt besonders innig
Euer Vati.“

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Kontakt zur Heimat. Rotkreuzpostkarte aus der Gefangenschaft. 12. November 1947.

Vorderseite.
Ganz oben handschriftlich: Deutschland.
Überschrift in Russisch, Druckschrift: Unionsverband des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in der Sowjetunion.
Postkarte des Kriegsfangenen.
Empfänger: Frau Else Isensee, Deutschland, Schönewörde, Krs. Gifhorn, Pr. Hannover.
Absender: Kgf. ((Kriegsgefangener, gw)) Isensee, Otto, Wilhelm, U.d.S.S.R., Lager 7437.

((Oben rechts ein Poststempel „URSS – Moscou“, datiert 27.11.47. Es liegen mithin zwei Wochen zwischen dem Datum der Kartenniederschrift im Lager Bogorodskoje und der postalischen Abstempelung in Moskau. Diese Karte vom 12. November 1947 wurde demzufolge um drei Wochen früher abgestempelt als die vorangehend abgesendete Karte vom 9. November 1947 – siehe den vorangehenden Eintrag auf diesem Blog.))

((Die Postkartenschreiber waren von der Lagerleitung angewiesen, sowohl ihren Vornamen als auch ihren Vatersnamen anzugeben. Daher das Komma zwischen „Otto“ und „Wilhelm“)).

((7437 ist die Nummer des Lagers Bogorodskoje im Kreis Tscherepowetz. Eine Liste mit den Nummern der Lager in der Region Vologda findet sich hier. ))

Rückseite.
((Unten rechts ein rautenförmiger Stempel mit der mittig angeordneten Zahl 57. Es handelt sich vermutlich um einen Sichtvermerk der sowjetischen Zensur.))

Der Kartentext lautet wie folgt:

„12. November 1947

Meine Liebsten!

Zum Weihnachtsfeste herzinnige Glücksegenswünsche! Dankbaren Herzens, wenn auch ohne mich, feiert heiteres Fest. Um Kinderwillen, die unendlich viel entbehren, muß heiteres Fest werden.

Innigste Grüße Euch u.
allen Schönewördern
Euer
Vati.“

++

Kontakt zur Heimat. Rotkreuzpostkarte aus der Gefangenschaft. 9. November 1947.

Vorderseite.
Ganz oben handschriftlich: Deutschland.
Überschrift in Russisch, Druckschrift: Unionsverband des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in der Sowjetunion.
Postkarte des Kriegsfangenen.
Empfänger: Frau Else Isensee, Deutschland, Schönewörde, Krs. Gifhorn, Pr. Hannover.
Absender: Kgf. ((Kriegsgefangener, gw)) Isensee, Otto, Wilhelm, U.d.S.S.R., Lager 7437.

((Oben rechts ein Poststempel „URSS – Moscou“, datiert 16.12.47. Es liegen mithin fünf Wochen zwischen dem Datum der Kartenniederschrift im Lager Bogorodskoje und der postalischen Abstempelung in Moskau)).

((Die Postkartenschreiber waren von der Lagerleitung angewiesen, sowohl ihren Vornamen als auch ihren Vatersnamen anzugeben. Daher das Komma zwischen „Otto“ und „Wilhelm“)).

((7437 ist die Nummer des Lagers Bogorodskoje im Kreis Tscherepowetz. Eine Liste mit den Nummern der Lager in der Region Vologda findet sich hier. ))

Rückseite.
((Unten rechts ein rautenförmiger Stempel. Es handelt sich vermutlich um einen Sichtvermerk der sowjetischen Zensur.))

Der Kartentext lautet wie folgt:

„9. November 1947

Mein Muttchen,
geliebte Kinderlein!

Wünsche von Herzen gesegnete, gemütvolle Adventszeit! Werde, geistig ungebrochen in herzinnigem Gedenken an Euch, Advent, mit Lichtern vor Euren Bildern, feiern. Könnten wir gemeinsam beim Adventskranzlichterschein andächtig musizieren!

Innigste Grüße
Euer
Vati.“

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Kontakt zur Heimat. Rotkreuzpostkarte aus der Gefangenschaft. 7. November 1947.

Vorderseite.
Ganz oben handschriftlich: Deutschland.
Überschrift in Russisch, Druckschrift: Unionsverband des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in der Sowjetunion.
Postkarte des Kriegsfangenen.
Empfänger: Frau Else Isensee, Deutschland, Schönewörde, Krs. Gifhorn, Pr. Hannover.
Absender: Kgf. ((Kriegsgefangener, gw)) Isensee, Otto, Wilhelm, U.d.S.S.R., Lager 7437.

((Die Postkartenschreiber waren von der Lagerleitung angewiesen, sowohl ihren Vornamen als auch ihren Vatersnamen anzugeben. Daher das Komma zwischen „Otto“ und „Wilhelm“)).

((7437 ist die Nummer des Lagers Bogorodskoje im Kreis Tscherepowetz. Eine Liste mit den Nummern der Lager in der Region Vologda findet sich hier. ))

Rückseite.
((Unten rechts ein rautenförmiger Stempel. Es handelt sich vermutlich um einen Sichtvermerk der sowjetischen Zensur.))

Der Kartentext lautet wie folgt:

„7. November 1947

Mein lieber Klausemann!
7.11. Utakarte! Dank Herzelein! Klausemann willst Kaninchen schenken? Auf den Braten freue ich mich sehr. Unendlich mehr auf Eure Umarmungen, auf singen, Kasperspielen, arbeiten mit Euch!!!

Herzinnige Grüße
Euer
Vati.“
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Kontakt zur Heimat. Rotkreuzpostkarte aus der Gefangenschaft. 31. Oktober 1947 (2).

Eine zweite Postkarte vom 31.10.1947. In der Abfolge aller auf diesem Blog bis dahin veröffentlichten Postkarten aus der Kriegsgefangenschaft ist dieses die erste, welche das gleiche Datum wie eine andere trägt.

Vorderseite.
Ganz oben handschriftlich: Deutschland.
Überschrift in Russisch, Druckschrift: Unionsverband des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in der Sowjetunion.
Postkarte des Kriegsfangenen.
Empfänger: Frau Else Isensee, Deutschland, Schönewörde, Krs. Gifhorn, Pr. Hannover.
Absender: Kgf. ((Kriegsgefangener, gw)) Isensee, Otto, Wilhelm, U.d.S.S.R., Lager 7437.

((Die Postkartenschreiber waren von der Lagerleitung angewiesen, sowohl ihren Vornamen als auch ihren Vatersnamen anzugeben. Daher das Komma zwischen „Otto“ und „Wilhelm“)).

((7437 ist die Nummer des Lagers Bogorodskoje im Kreis Tscherepowetz. Eine Liste mit den Nummern der Lager in der Region Vologda findet sich hier. ))

((Oben links ein kreisrunder Poststempel „USSR – Moscou“))

Rückseite.
((Unten rechts ein rautenförmiger Stempel mit der mittigen Zahl 57. Es handelt sich vermutlich um einen Sichtvermerk der sowjetischen Zensur.))

Der Kartentext lautet wie folgt:

„31. Oktober 1947.

Geliebtes Muttchen,
meine Kinderlein!

27.10.: 22.8., 7.9.47 erhalten!! Besinnliche Geburtstagsfeier mit Nachbarn, Euern Bildern. – ((Der Geburtstag des Kartenschreibers ist gemeint; er war am 26. Oktober, gw)) Feuerung ausgezeichnet! ((heute würde man „Beheizung“ sagen, gw)) Mümmelmann, Friedolin fein! ((Vermutlich die Namen der Kaninchen, die die Familie in der Heimat hielt, gw)) Gegenseitig drücken, Herzelein!! Hocherfreut Geigenunterricht Klaus! Nachricht über Kollegen erfreuen sehr, herzliche Grüße an alle!

Herzinnigst
Euer
Vati.“

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Kontakt zur Heimat. Rotkreuzpostkarte aus der Gefangenschaft. 31. Oktober 1947.

Vorderseite.
Ganz oben handschriftlich: Deutschland.
Überschrift in Russisch, Druckschrift: Unionsverband des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in der Sowjetunion.
Postkarte des Kriegsfangenen.
Empfänger: Frau Else Isensee, Deutschland, Schönewörde, Krs. Gifhorn, Pr. Hannover.
Absender: Kgf. ((Kriegsgefangener, gw)) Isensee, Otto, Wilhelm, U.d.S.S.R., Lager 7437.

((Die Postkartenschreiber waren von der Lagerleitung angewiesen, sowohl ihren Vornamen als auch ihren Vatersnamen anzugeben. Daher das Komma zwischen „Otto“ und „Wilhelm“)).

((7437 ist die Nummer des Lagers Bogorodskoje im Kreis Tscherepowetz. Eine Liste mit den Nummern der Lager in der Region Vologda findet sich hier. ))

Rückseite.
((Unten rechts ein rautenförmiger Stempel mit der mittigen Zahl 57. Es handelt sich vermutlich um einen Sichtvermerk der sowjetischen Zensur.))

Der Kartentext lautet wie folgt:

„31.10.47

Mein Lieb,
geliebten Kinderlein!

Muttchen, nicht grübeln, Mut, einmal kommt der Tag!! — Astern auf Schreibtisch, wunderbar=
schön!! Wir alle soo bescheiden, unendlich reifer geworden! Werde mit allem zufrieden sein. Wo H. König?

Herzinnige Grüße
Euer
Vati.“

+++