Kategorie: Bildungsministerin

Schul-TÜV.

Aus einer politischen Epoche, in der politisch landauf, landab viel von Qualitätssiegeln gesprochen wurde. Zur Sicherstellung einheitlicher Qualitätsstandards in schleswig-holsteinischen Schulen wurde von der Kieler Kultusministerin, Ute Erdsiek-Rave (SPD), ein Schul-TÜV ins Gespräch gebracht. Der Ansporn zu Höchstleistungen hätte sich im gut sozialistischen Stil mit Orden für hervorragende Planerfüllung („Held der Bildung“, „Bildungsbanner-Orden“, „Preis der Kultusministerin“) sicherlich noch steigern lassen. „ABC-Schützen! Diese Schule hat einen Ruf zu verlieren!“  Wo es Marktanreize zum Übertreffen der Konkurrenten nicht gibt, da es an Konkurrenz im staatlichen Schulpflichtbetrieb schlicht fehlt, muß mit staatlich zugeteilter Reputation, geronnen in Zierblech am Eingang, nachgeholfen werden. Aber auch das nützt nichts, wenn es der politischen Klasse plötzlich gefällt, die halbe Welt auf der „Flucht“ in staatsverwalteten Gebäuden unterzubringen. Notfalls findet der Unterricht dann eben qualitativ mies, aber immerhin willkommenskulturell anständig unter einer Brücke statt. Neue Qualitätssiegel sind ja schnell geprägt. Karikatur von 2003.

Gesamtschule: Auf dem Zombiefriedhof der Bildungsreformen.

In finsterer Nacht huscht die Kieler Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave über den Friedhof. Gerade hat sie das Grab der Gesamtschuldebatte passiert, als sie ein Käteschauer überkommt: „Huh – was fröstelt mich so?“ Hinter ihr erhebt sich die Untote aus dem Grabe. (1999). Verkäufliches Papieroriginal.

Bildungspolitik: Viel hilft viel – oder?

Da nach gängiger Gerechtigkeitsdoktrin alle Menschen gleich zu sein haben, wird der Gleichheitsgrundsatz selbstredend auch für Kindergehirne angenommen. Alle Schüler sind gleich aufnahmefähig, gleich begabt oder haben gefälligst dafür zu gelten. Gleicher Lehrplan – für alle, in der Einheitsschule für alle, auf daß alle ihre Chance zum Erwerb des Doktortitels erhalten (so man ihn aus Gründen der „Gerechtigkeit“ nicht gleich allen pauschal verabfolgt.) Das Schulsystem eine Art Nürnberger Trichter, der den ministerialbürokratisch verordneten Lehrplan in den Kopf leitet. Wie so oft zeigt sich auch hier, daß das ideologisch verordnete Modell von der Wirklichkeit mit derselben nicht übereinstimmt. Es entsteht bildlich eine Leckage, eine Überschwemmung mit dem Überfluß nicht aufgenommenen Wissens, übereinstimmend mit den Kosten, die der Steuerzahler für die vergebliche Wissensvermittlung als versunken hinnehmen muß. „Gut, daß Sie so schnell kommen konnten…“ ruft der Steuerpflichtige und Elternteil der mit Klempnerausrüstung erscheindenden Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) zu.  Aber auch sie wird die Schräubchen, an denen der Staatseinfluß auf die Kinder geregelt wird, nicht anrühren. (2001).

Lehrermangel. Lehrerbildung. MINT.

Unschlüssig stehen die Lehramtsstudenten vor dem schwarzen Brett, als es gilt, den Namen auf die Kurslisten in Physik und Chemie zu setzen. Diese Fächer sind unbeliebt, und es gibt folgerichtig zu wenig Lehrer, die sich auf MINT (Mathematik-Ingenieurwissenschaften-Naturwissenschaften) verstehen. Im Türrahmen lehnt ein Professor und richtet das Wort an die jungen Leute: „Ja – und jetzt fragt ihr euch: ‚wozu?‘. Ich sag’s euch: irgendwann müßt ihr’s so oder so unterrichten!“ Fachfremd wird das natürlich nicht so gut gehen. (2000).

Korruptionsbekämpfung.

Die Kieler Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) versucht vermittels eines Anti-Korruptionserlasses, gegen Bestechlichkeit in der öffentlichen Verwaltung des Landesdienstes vorzugehen. Hier als turnusmäßige Reihenuntersuchung dargestellt unter dem Motto „Du sollst keine Geschenke annehmen!“. (2000).

Motherboard im Kultus-Rechner.

Hochgeschwindigkeits-Chip auf der Kieler Politik-Platine. Vortrag des Schneckenstaatssekretärs im Büro der Kultusmutterschnecke. Es geht im Dezember 2001 um die Höhe der Professorengehälter. Die Entscheidungsprozesse im Kultusministerium ziehen sich hin, „Und … dann .. haben .. wir … hier … einen … Land … tags … beschluß … vom … Juni … 19 … 98 … “ „Nicht … so … schnell … komme … nicht … mit!“

Es steht ein Haus am Kliff, das steht dort bald nicht mehr.

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) macht Werbung für die Lehrerlaufbahn. Die Kreideschule herkömmlicher Prägung steht indessen vor großen Umbrüchen, da die digitale Revolution das Lernen vollkommen umwälzen wird. Wir befinden uns inmitten einer Industrialisierung der Kommunikation und der Wissensaneignung, nach der „Unterricht“ keinen Platz mehr haben wird. Werbung an der Abbruchkante. (2000). Diese Karikatur wurde im Jahr 2001 von der Jury des „Deutschen Preises für die politische Karikatur“ mit einer Auszeichnungsurkunde bedacht.