Kategorie: Eisenbahn

Padborg Train.

Ein Zug der Dänischen Staatsbahnen (Danske Statsbaner – DSB) auf dem Weg vom Bahnhof Flensburg, Deutschland, nach dem Grenzbahnhof Padborg (Pattburg), Dänemark. 

Foto aus dem Jahre 2016.

A train of  Danish national railways (Danske Statsbaner – DSB) en route from the station Flensburg, northern Germany, to the border station Padborg (Pattburg), Denmark. 

Photo as of 2016.

Der Weg in die Gefangenschaft: Kriegstagebuch. 31. März 1943.

+++

In der Zeit vom 16. März bis 30. März 1943 keine Eintragungen.

+++

Mittwoch, 31. März 1943.

 Um 22.20 ab Schönewörde über Uelzen nach Landshut i. Bay. Der Fronturlauber von Hamburg hatte 50 Minuten Verspätg. ((gemeint ist ein Eisenbahnzug mit Fronturlaubern, gw)).  Und voll war er! Bis Hannover habe ich im übervollen Gange gestanden, dann bekam ich einen leidlichen Sitzplatz. An „langmachen“ war nicht zu denken. Der Zug fuhr über Kreiensen, Göttingen, Fulda, Bebra, Würzburg, Ansbach, Tauchtlingen, Augsburg, München. Um 15.00 kam er in München an. Die Wehrmachtssperren sind sehr unglücklich angebracht. Es dauert lange, bis alle durchgeschleust sind. Ich habe mich rasieren u. das Haar schneiden lassen. – Der Zug nach Landshut war noch voller als der Fronturlauber. Es waren aber nur 70 km, die Zeit verging sehr schnell. Kurz nach 18.00 war ich in L., um 16.56 war er von München abgefahren. – Ich bin gleich zur Kaserne gefahren u. Bin von der 1. Stamm-

+++

Exkurs: Schülermonatskarte Personenzug des Tagebuchverfassers, vermutlich späte 1920er Jahre. Eisenbahngeschichte.

Metallrahmen Nr. L 22 041* der Reichsbahndirektion (RDB) Hannover. Das Paßfoto mit Unterschrift Otto Isensees ist durch Vernietung fest mit dem Rahmen verbunden. Die monatlich wechselnde Eisenbahn-Dauerfahrkarte war einschieb- und entnehmbar.

Schüler-Monatskarte. ((Handschriftlich eingetragener Gültigkeitszeitraum vom Rahmen verdeckt, Karte mußte demnach bei der Kontrolle im Zug jedesmal dem Rahmen entnommen werden, gw)) Personenzug. Meinersen. Hannover Hbf über Lehrte. ((Handschriftlich ergänzt: L 22 041. Das ist die Nummer auf dem Metallrahmen, gw)). Unterschrift des Inhabers (Vor- und Familienname, mit Tinte oder Tintenstift ausgeschrieben). 3. Kl. 42 km. 13,40 RM ((Reichsmark, gw)). Nicht übertragbar. 0385*.

+++

Exkurs: Wehrmachtfahrscheine des Tagebuchverfassers von 1943 und 1944. Eisenbahngeschichte.

Der Verfasser der auf diesem Blog veröffentlichten Tagebücher und Kriegsgefangenen-Postkarten wurde am 19.10.1944 in Smederevo / Serbien von russischen Truppen gefangengenommen. Wie bei allen auf diesem Blog gezeigten Dokumenten gesetzt dient auch die Veröffentlichung dieser hier gezeigten zwei „Kleinen Wehrmachtfahrscheine“ ausschließlich der Dokumentation für geschichtswissenschaftliche Forschungszwecke. Die schwarzen Quadrate auf den hier gezeigten beiden Fahrscheinen wurden vom Betreiber dieses Blogs nachträglich hinzugefügt.

Der „Kleine Wehrmachtfahrschein“ von 1943 zeigt auf seiner Vorderseite folgenden Text (in Winkelklammern die Formulareinträge):

„Gültig für „zuschlagfreie Schnellzüge im Urlauberverkehr“ bei Zu- und Anschlußreisen auch für Personenzüge

Kleiner Wehrmachtfahrschein, Teil 1 (Wird bei Anritt der Reise von der Eisenbahn abgenommen)

für in Buchstaben Personen in der 2. Klasse – 
für in Buchstaben Personen in der 3. Klasse
für in Buchstaben Diensthunde.
für Reisegepäck von in Buchstaben Personen zur einmaligen Fahrt auf der Eisenbahn
von Bahnhof
nach Bahnhof
über ……
Das Fahrgeld ist zu stunden.
Ausgefertigt am 194
((Stempelabdruck
((Unterschrift oder ähnlich, Stempelabdruck ))

(Dienststempel)

K 518a W.Druckerei VII, München 9.41″

Die Rückseitenbeschriftung lautet:

„Dieser Fahrschein gilt nicht für Straßenbahnen, Seilbahnen und private Kraftverkehrslinien, sondern nur für Strecken der Eisenbahn

Es ist der am …. von Bhf. ….. um …. Uhr abgehende „zuschlagfreie Schnellzug im Urlauberverkehr“ („Festtagsschnellzug“) Nr. …. bis Bhf. …. zu benutzen.

Dienstgrad und Name des Reisenden:
(bei mehreren des Transportführers)
Zweck und Veranlassung der Reise:

Eigenmächtiges Benutzen einer höheren Wagenklasse ist verboten.
Mit diesen ((sic, gw)) Fahrschein ist das Benutzen von zuschlagspflichtigen Eil- und D-Zügen verboten.
Zu- und Anschlußreisen in Personenzügen sind mit diesem Fahrschein auszuführen.
Zu- und Anschlußreisen in zuschlagpflichtigen Eil- und D-Zügen nur mit zusätzlichem weißem Fahrschein (ohne Farbstrich) gestattet.
Die Inanspruchnahme von Wehrmachtfahrkarten oder Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs für die im Wehrmachtfahrschein bezeichnete Strecke ist verboten.“

Hier ein weiterer Wehrmachtfahrschein, von 1944:

Der vorstehend gezeigte weitere, ebenfalls auf den Namen des Tagebuchverfassers ausgestellte „Kleine Wehrmachtfahrschein“ stammt vom 3. Februar 1944 und steht im Zusammenhang mit dem hier veröffentlichten Kriegsurlaubsschein. Auffällig ist, daß der weiter oben gezeigte Fahrschein von 1943 in Frakturschrift gesetzt ist, der vorstehend gezeigte Fahrschein von 1944 hingegen in Antiqua-Schrift. Wahrscheinlich besteht ein Zusammenhang mit der erklärten Absicht des NS-Regimes, die Frakturschrift aus sämtlichen Druckerzeugnissen in Deutschland zu entfernen und stattdessen die Antiqua-Schrift als „Normalschrift“ einzuführen, wie man etwa hier nachlesen kann.

 Der vorstehend gezeigte „Kleine Wehrmachtfahrschein“ von 1944 zeigt auf seiner Vorderseite folgenden Text (in Winkelklammern die Formulareinträge):

„Gültig nur für die auf der Rückseite Ziff. 1 angegebenen Züge

Kleiner Wehrmachtfahrschein, Teil 2 (Gilt als Fahrausweis und ist bei Beendigung der Reise auf dem Zielbahnhof abzugeben)

für in Buchstaben Personen in der 2. Klasse – 
für …. in Buchstaben … Personen in der 3. Klasse
für …. in Buchstaben …. Diensthunde.
für am Gepäckschalter aufzugebendes Reisegepäck (nicht Handgepäck) von …. in Buchstaben …. Personen zur einmaligen Fahrt auf der Eisenbahn
von Bahnhof
nach Bahnhof ((Stempelabdruck ))
über ……
Das Fahrgeld ist zu stunden.
Ausgefertigt am 194

((Unterschrift unleserlich, Stempelabdruck , teilweise überdeckend den maschinenschriftlichen Eintrag ))

(Dienststempel)

((Anders als beim Exemplar von 1943 hier keine Formular- und Druckereilosbezeichnung. Bemerkenswert: Der Tagebuchverfasser reist 1944 als Leutnant in der zweiten Wagenklasse, als Oberfähnrich reist er 1943 in der dritten Wagenklasse.))

Die Rückseitenbeschriftung lautet:

„Dieser Fahrschein gilt nicht für Straßenbahnen, Seilbahnen und Kraftomnibusse, auch nicht für den Seedienst Ostpreußen, sondern nur für Strecken der Eisenbahn

1. Mit diesem Fahrschein dürfen benutzt werden: Schnellzüge für Fronturlauber (SF), auch mit Reisezugteil (SFR), öffentliche Züge mit Wehrmachtteil (DmW, EmW, PmW); bei Zugreisen und Anschlußreisen auch Personenzüge des öffentlichen Verkehrs (P).
2. Mit diesem Fahrschein ist es verboten, Schnell- und Eilzüge des öffentlichen Verkehrs ohne Wehrmachtteil (D, E) benutzen. Zureisen und Anschlußreisen in derartigen Zügen dürfen nur mit zusätzlichem weißem Fahrschein (ohne Farbstrich) ausgeführt werden.
3. Eigenmächtiges Benutzen einer höheren Wagenklasse ist verboten.
4. Die Inanspruchnahme von Wehrmachtfahrkarten oder Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs für die im Wehrmachtfahrschein bezeichente Strecke ist verboten.
5. Es ist der am ….. von Bhf. ….. um …. Uhr abgehende …..-Zug Nr. ……. bis Bhf. …… zu benutzen.
6. Dienstgrad, Vor- und Zuname des Reisenden: (bei mehreren des Transportführers)
7. Zweck und Veranlassung der Reise:
8. Dieser Fahrausweis ist bei der Fahrkartenprüfung durch die Eisenbahn und bei der Zugkontrolle durch die Organe der Wehrmacht vorzuzeigen.“

((Anders als 1943 ist es anscheinend dem Inhaber eines „Kleinen Wehrmachtfahrscheins“ im Jahre 1944 gestattet, öffentliche Eil- und Schnellzüge zu benutzen, sofern sie einen Wehrmachtteil haben. Davon ist in den Bestimmungen von 1943 nicht die Rede.))

+++

Zur Eisenbahngeschichte: Fahrkarten, als sie noch Karten waren.

Deutsche Bundesbahn. Rückfahrkarte Plön-Eutin aus dem Jahr 1978. Vor- und Rückseite. Zangenabdruck der Eilzüge E 3163 und E 3175. Fahrpreis: 4,00 DM. Abmessungen im Original: 5,6 cm auf 3 cm. Material: Mehr als 1 mm dicke, feste Pappe. Scan aus dem Jahr 2015: Götz Wiedenroth, der die beschriebenen Fahrten seinerzeit selbst angetreten und die Fahrkarte seitdem verwahrt hat.

Railway history: German railway tickets as of 1978 and 1982. 

German Federal Railroad. Return ticket Ploen-Eutin (Germany, Federal State of Schleswig-Holstein) as of 1978. Front and back. Pliers imprint of fast trains E 3163 and E 3176. Fare: 4,00 Deutschmarks. Dimensions: 5.6 cm to 3 cm. Material: More than 1 mm thick, heavy paper. Scan 2015: Götz Wiedenroth, who himself traveled the trips at that time and held the ticket since then.

Deutsche Bundesbahn. Fahrkarte einfache Fahrt Meinersen-Hannover aus dem Jahr 1982. Vor- und Rückseite. Zangenabdruck des Eilzugs E 3411. Fahrpreis: 4,10 DM, halber Tarifpreis. Abmessungen im Original: 5,6 cm auf 3 cm. Material: über 1 mm dicke, feste Pappe. Scan aus dem Jahr 2015: Götz Wiedenroth, der die beschriebene Fahrt seinerzeit selbst angetreten und die Fahrkarte seitdem verwahrt hat.

German Federal Railroad. One way ticket Meinersen-Hannover (Germany, Federal State of Lower Saxony) as of 1982. Front and back. Pliers imprint of the fast train E 3411. Fare: 4.10 Deutschmarks, half fare price. Dimensions in the original 5.6 cm 3 cm. Material: about 1 mm thick, heavy paper. Scan 2015: Götz Wiedenroth, who himself traveled that trip at that time and held the ticket since then.

Deutsche Bundesbahn. Rückfahrkarte Meinersen-Hannover aus dem Jahr 1982. Vor- und Rückseite. Zangenabdruck der Eilzüge E 3404 und E 3411. Fahrpreis: 8,20 DM, halber Tarifpreis. Abmessungen im Original: 5,6 cm auf 3 cm. Material: über 1 mm dicke, feste Pappe. Scan aus dem Jahr 2015: Götz Wiedenroth, der die beschriebenen Fahrten seinerzeit selbst angetreten und die Fahrkarte seitdem verwahrt hat.

German Federal Railroad. One way ticket Meinersen-Hannover (Lower Saxony) as of 1982. Front and back. Pliers imprint of  fast trains E 3404 and E 3411. Fare: 8,20 Deutschmarks, half fare price. Dimensions in the original 5.6 cm 3 cm. Material: about 1 mm thick, heavy paper. Scan 2015: Götz Wiedenroth, who himself traveled these trips at that time and held the ticket since then.

+++

Theater mit Licht und Schatten.

Aus der Anfangszeit des Kinos, als man die aufkommenden Lichtspieltheater noch „Kinematographische Anstalten“ nannte und man zur Vorführung im „Cinematographiesaal“ Platz nahm. Griechisch „kinema“=“Bewegung“, „kinein“=“bewegen“, „graphein“=“schreiben“. In jenen Tagen bewirkte die verblüffend realistische Schreibung bewegter Bilder, also ein Film, so manches Mal Unruhe im Saal, denn die Sehgewohnheiten der Menschen damals vermochten das Geschehen auf der Leinwand nicht immer sicher von realem Geschehen zu unterscheiden. Erschien eine Lokomotive auf der Bühne, die filmprojiziert auf sie zuraste, wurde die Frage, ob „reale Bewegung“ oder „kinema graphein“ vorlag, im Zweifel unter Gesichtspunkten der eigenen Sicherheit entschieden. Panikreflex. Flucht.
(Karikatur von 2008).

Theater with light and shadow. From the early days of cinema, when the upcoming movie theaters were called „Cinematographic Institutes“. Greek „kinema“ = „movement“, „kinein“ = „move“, „graphein“ =“write“. In those days, the amazingly realistic presentation of moving images, a movie, caused sometimes unrest in the hall, because the viewing habits of the people at that time didn’t allow reliable distinction between action on the screen and real events. If a locomotive appeared on the stage, seemingly heading towards them, the question whether „real movement“ or „kinematic graphein“ was given in doubt was decided from the standpoint of safety. Panic reflex. Escape. (Cartoon from 2008).