Kategorie: Flensburg

Padborg Train.

Ein Zug der Dänischen Staatsbahnen (Danske Statsbaner – DSB) auf dem Weg vom Bahnhof Flensburg, Deutschland, nach dem Grenzbahnhof Padborg (Pattburg), Dänemark. 

Foto aus dem Jahre 2016.

A train of  Danish national railways (Danske Statsbaner – DSB) en route from the station Flensburg, northern Germany, to the border station Padborg (Pattburg), Denmark. 

Photo as of 2016.

ABGESAGT: Ausstellung mit politischen Karikaturen: "Lügenpresse — Fake News". Mai 2017, Flensburg.

PRESSEMATERIAL ZUR ABSAGE DER KARIKATURENAUSSTELLUNG „LÜGENPRESSE — FAKE NEWS“

Neuester Eintrag vom 08.05.2017, siehe unten Punkt 5.
Zweitneuester Eintrag vom 08.05.2017, siehe unten Punkt 2.

0
Fazit, Nachtrag vom 03.05.2017

1
Was mich bei dem gesamten Vorgang am unangenehmsten berührt ist, daß
ein einziger Twitter-Autor, der sich „marteimer“ nennt und scharfe, um
nicht zu sagen: unflätige Diktion in einem einzigen Twitter-Beitrag
gegen das Ausstellungsvorhaben verbreitet, offensichtlich in der Lage
ist,

– ein ganzes Uni-Präsidium nervös zu machen und dadurch den Anstoß zur
Ausstellungs-Absage zu geben

und

– eine Presseberichterstattung anzustoßen, die den Eindruck erweckt,
es habe breite Schichten der Bevölkerung gegeben, die sich gegen die
Ausstellung ausgesprochen hätten. In Wahrheit handelte es sich nur um
ein paar Dutzend kritische, teils sehr polemische und unsachliche
Kurz- und Kürzest-Kommentare unter dem genannten einzigen Artikel
ebendieses einzelnen Twitter-Autors „marteimer“, der zudem noch anonym
auftritt – im Gegensatz zu mir, und mal gerade eben 192 Follower hat.
Dieser kleine Kommentarstrang auf ein und derselben Seite wird dann im
shz-Presseartikel als „Shitstorm“ gegen mein Ausstellungsvorhaben
hingestellt und sogar für titelzeilentauglich befunden, was absolut
unprofessionell und lächerlich ist.

http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/flensburger-uni-sagt-ausstellung-nach-shitstorm-wieder-ab-id16715226.html?nojs=true

Ein einziger anonymer „marteiner“, auf den ein lokaler
Zeitungsredakteur und ein lokales Uni-Präsidium aus irgendeinem Grund
eifrig hören, scheint im BRD-Staat heute mächtiger zu sein als das
Bundesverfassungsgericht und das Grundgesetz. Furchtbar. Heute, 3. Mai
2017, ist übrigens der „Tag der Pressefreiheit“.

Presseberichterstattung und kritische Nachfrage, 02.05.2017

Sehr geehrter Herr Matthies,

soeben finde ich Ihre Berichterstattung unter

http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/flensburger-uni-sagt-ausstellung-nach-shitstorm-wieder-ab-id16715226.html?nojs=true

vor.

Sie sprechen von einem „Shitstorm“ und zitieren zum Beleg *dreimal*
*ein und denselben* Twitter-Autor „marteimer“ in Ihrem Artikel und
schreiben allen Ernstes von einem „Shitstorm“? Ein einziger beklagt
sich über das Ausstellungsprojekt, und Sie steigen darauf ein, als ob
das ganze Internet aufgeschrien hätte? „Reihenweise Kritik“ soll das
sein? Lächerlich. Amateurhaft. Beschämend für den deutschen
Journalismus.

Zudem weist der betreffende Twitter-Kommentarstrang durchaus auch
Kommentare auf, die für meine Position als Karikaturist Partei
ergreifen. Obendrein tritt „marteimer“ mit gerade eben 192 „Followern“
nicht einmal unter Klarnamen auf – im Gegensatz zu mir.

1
Noch einmal: das soll ein „Shitstorm“ sein und reicht Ihnen für eine
großangelegte Berichterstattung aus?

2
Was ficht Sie an, mich im Info-Kasten als Karikaturist „umstritten“ zu
nennen? Bei wem denn, in welchen Kreisen denn soll ich „umstritten“
sein? Und was meint „von Kritikern“, wer ist damit gemeint? Wäre bei
diesen Standardfloskel-Begriffen nicht endlich größere journalistische
Präzision angebracht?

3
Oder wollten Sie hier lediglich ein Referenzstück für den Titel meiner
Ausstellung liefern?

Ihre umgehende Stellungnahme erwartend verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Götz Wiedenroth



2
Antwort des Kollegen Matthies, shz, 02.05.2017

Nachtrag, 08.05.2017, 18.02 Uhr: Auf mailschriftliche Aufforderung des Kollegen Matthies vom heutigen Tage wurde der bis dato an dieser Stelle wiedergegebene Wortlaut seiner Mail-Antwort vom 02.05.2017 auf meine kritische Nachfrage vom selben Tag (wie unter Punkt 1 zitiert) ohne Anerkennung einer Rechtspflicht hierzu gelöscht.


2a
Nachtrag, 03.05.2017

Meine unter Punkt 1 zitierte Kritik scheint beim Kollegen Matthies nachträglich noch einen Denkprozeß angestoßen zu haben, denn er hat seinen Artikel gegenüber der am 2. Mai 2017, 16.33 Uhr unter

http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/flensburger-uni-sagt-ausstellung-nach-shitstorm-wieder-ab-id16715226.html?nojs=true

veröffentlichten Version ohne Kenntlichmachung nachträglicher Änderungen um Passagen ergänzt, die offenbar den von ihm gewählten Begriff „Shitstorm“ plausibler machen sollen.

Nachträglich ergänzt wurden Passagen im genannten Artikel, die mit folgenden Sätzen eingeleitet sind:

• „Die Reaktionen auf die Ausstellung sind überwiegend negativ.“, es folgt die grafische Wiedergabe eines Twitter-Kommentars, mitgeteilt von einer Nutzerin namens „Christina Dalig“,

• „Dieser Kommentator hofft, dass die Ausstellung an der Uni Flensburg nicht wirklich stattfindet.“ , es folgt die grafische Wiedergabe eines Twitter-Kommentars , mitgeteilt von einem Nutzer namens „M Schommer“

sowie

• „Auch das Datum der Ausstellung stieß böse auf.“ Hier wurde am Ende des Absatzes die Wiedergabe eines Twitter-Kommentars, mitgeteilt von einem Nutzer namens „Marcus Hammerschmidt“ ohne Kenntlichmachung nachträglich ergänzt.

Diesen Änderungsverlauf des Artikels kann ich durch PDF-Dokumente nachweisen. Die vorgenannten undeklarierten Änderungen nach Stand vom 03.05.2017, 11.08 Uhr, waren nach der von mir gespeicherten Version vom 02.05.2017, 19.21 Uhr, noch nicht vorgenommen worden.

2b
Anfrage vom 03.05.2017 an den Kollegen Matthies zu seiner Praxis von Änderungen eines bereits veröffentlichten Online-Artikels, ohne die nachträglichen Änderungen für den Leser kenntlich zu machen. Nachtrag vom 05.05.2017.

Hallo Herr Matthies,

im Anhang finden Sie zwei PDF-Versionen Ihres in Rede stehenden
Artikels, die am Fuß beide mit 02. Mai 2017, 16.33 Uhr als
Veröffentlichungsdatum markiert sind. Gleichwohl unterscheiden sich
beide Versionen erheblich voneinander. Die nachträglichen Änderungen
werden dem Leser nicht als solche kenntlich gemacht.

Frage daher: Kann man diese Veröffentlichungs- und heimliche
Änderungspolitik dem Leser gegenüber ehrlichen Journalismus nennen?

Ich arbeite an einem Blog-Artikel über diesen Vorgang und möchte Ihnen
Gelegenheit zur Stellungnahme geben.

Freundliche Grüße

Götz Wiedenroth

+++

Kommentar: Bis heute, 05.05.2017, hat mir Kollege Matthies auf diese Anfrage nicht geantwortet. 
 


3
Pressemitteilung Götz Wiedenroth, 02.05.2017

„Entartete Kunst“ in Flensburg?
Linker (=regierungskritischer) Karikaturist darf seine Werke zu
„Lügenpresse – Fake News“ nicht ausstellen.

Flensburg. Eine für den 16. Mai 2017 geplante Ausstellungseröffnung in
Flensburg, Schleswig-Holstein, wurde von der Europa-Universiät
Flensburg überraschend abgesagt. Die Ausstellung mit Karikaturen des
Flensburger Künstlers Götz Wiedenroth zum Thema „Lügenpresse – Fake
News“ sollte in einem für Kunstpräsentationszwecke vorgesehenen Raum
(„MODUL1“) der Europa-Universität Flensburg stattfinden und bis zum 27. Mai 2017 dauern. Die Universität erklärt am 02.05.2017
gegenüber der Presse: „Die für den 16. Mai angekündigte einwöchige
Ausstellung des Karikaturisten Götz Wiedenroth im Modul1 der
Europa-Universität Flensburg wird nicht stattfinden. An der
Europa-Universität, die sich in ihrem Leitbild auf „Gerechtigkeit,
Nachhaltigkeit und Vielfalt“ verpflichtet hat, gibt es keinen Raum für
antisemitische, fremden-, frauen- und islamfeindliche Inhalte. Die
Karikaturen von Götz Wiedenroth machen sich für Positionen stark, die
an der EUF keine Heimat haben; die Universität ist nicht bereit, diese
Positionen durch eine Ausstellung zu unterstützen.“

Wiedenroth selbst äußert sich zu dem Vorgang wie folgt: „Die
politische Korrektheit in Deutschland läßt auch hier ihre
pluralistische Maske fallen und zeigt ihre wahre totalitäre,
floskelspeiende Fratze. Im Jahre 2017 wohlgemerkt, nicht 1937. Der
Gesinnungsterror der politischen Korrektheit kippt vorliegend ein
Ausstellungsprojekt mit kritischer Grafik, welche die medialen
Herrschaftsinstrumente ebendieser Korrektheit thematisieren will. Die
für die Ausstellung vorgesehenen Karikaturen wie auch meine
Karikaturen überhaupt sind keineswegs – wie vorstehend insinuiert –
antisemitisch, fremden-, frauen- oder islamfeindlich, sondern machen
sich über die diesbezüglichen heiligen Kühe der herrschenden
politischen Macht lustig – nicht mehr. Das ist das vornehmste Recht
und die elementare Aufgabe des Kulturguts „politische Karikatur“. Wir
erkennen heute: Das gesellschaftliche Klima in der BRD läßt eine
Ausstellung mit kritischer Grafik nicht mehr ohne weiteres zu, wenn
hierdurch die Machtinteressen der Herrschenden und damit die
Ruheinteressen ihrer Untergebenen berührt werden könnten. Das
Lackmuspapier zur Indikation von Totalitarismus in dieser Gesellschaft
beginnt sich bedenklich zu verfärben. Von Gerechtigkeit, Vielfalt und
Nachhaltigkeit gegenüber abweichenden Meinungen kann immer weniger die
Rede sein.

Die Ausstellung war ursprünglich von der Idee inspiriert, das
Tätigkeitsgebiet eines Mitglieds des Flensburger Medienstammtisches,
Götz Wiedenroth nämlich, zu präsentieren. Es war zudem geplant, daß
Götz Wiedenroth während der Ausstellungsdauer im „MODUL1“ eine
einstündige Veranstaltung mit Studierenden der Europa-Universität
Flensburg zum Thema „Politische Karikatur“ durchführt.

Die Absage der Ausstellung und ihre restlos abwegige Begründung durch
die Europa-Universität Flensburg gibt in diesem Moment allerdings über
die ursprüngliche Inspiration hinaus zwingend Anlaß, grundsätzlich
über die Bedeutung der politischen Begriffe „Links“ und „Rechts“
nachzudenken.

Ein Establishment, eine Machtelite, die die Bevölkerung des Landes mit
mutmaßlich steuerfinanzierten Schlägerkommandos („Antifa“)
terrorisiert, um jede mißliebige öffentliche Willensäußerung zu
unterbinden, eine Machtelite, die Repression in Form von nicht
rechtsstaatlicher Zensur und willkürlichen Sprachvorschriften,
Denkverboten und Maßregelungen ausübt und hierzu nach Belieben eine
Flut von neuen Gesetzen jährlich auf das Volk herabregnen läßt; eine
Machtelite, die die Lebensverhältnisse der kleinen Leute durch eine
nie dagewesene, zudem rechtsbrecherische Einwanderungspolitik massiv
verschlechtert, eine solche Machtelite hat jedes Recht verloren, sich
selbst „links“ zu nennen. Eine solche Machtelite ist „rechts“, und
zwar schlimm „rechts“!

Links ist und war immer, wer gegen die herrschende, rein
selbstgefällig agierende politische und kirchliche Macht opponiert,
wer ihre Ideologeme in Frage stellt, ihre selbst geheiligten Kühe mit
dem Mittel der Satire lächerlich macht und damit problematisiert.
Richtige politische Karikaturen sind insoweit immer links. Rechts
hingegen ist, wer sich an seine Macht klammert und jede Regung gegen
die herrschenden Machtverhältnisse unterdrücken will, indem er ihr
bösartig unlautere, amoralische Motive unterstellt. Rechts ist auch,
wer von der gegebenen Machtverteilung politisch oder finanziell
profitiert und deshalb für ihren Erhalt eintritt. Die wohlkalkulierte
Deklaration von „Unwörtern des Jahres“, die wohlfeile Unterstellung,
unliebsame Nachrichten seien generell „fake news“, die völlig
willkürliche Festlegung, was „gute“ und was „schlechte“
Pauschalisierung/ Diskriminierung, was „guter“, was „böser“ Haß sei,
die Drohung mit Jobverlust und öffentlicher Stigmatisierung – all das
gehört zum Instrumentenkasten der Rechten, die von der Höhe der
Staatsbürokratie herab ihre bröckelnde Macht verteidigen. Dabei ist es
völlig unerheblich, ob die heutigen tatsächlich Rechten früher
nominell einmal Linke gewesen sind. Wer sich jahrzehntelang in
politischer Macht etabliert hat, bangt in erster Linie um den Erhalt
seiner Macht. Besonders dann, wenn er bei der Verwirklichung seiner
Versprechungen („Gerechtigkeit für alle“, „Wohlstand“, „Sicherheit“
usw.), wie man leicht sehen kann, grandios versagt hat und mit
Entsetzen gewahr wird, in welchem Ausmaß ihm deshalb die Sympathien
der betrogenen Bevölkerung verlorengegangen sind. Ebendieses ist heute
bei CDUCSUSPDFDPLINKEGRÜNE der Fall, nicht anders als bei den
absolutistischen Autokraten des 18. Jahrhunderts oder bei den
Diktatoren des 19. Jahrhunderts.

Der ausgerufene „Kampf gegen Rechts“ ist in dieser Sichtweise in
Wahrheit also ein „Kampf gegen Links“, also gegen alle, die eine
andere, bessere Machtverteilung wollen, eine Machtverteilung, die
tatsächlich Schaden vom deutschen Volk abwendet und seinen Nutzen
mehrt. Begriffsverwirrung überall, und sie geschieht von Seiten der
Mächtigen anscheinend höchst absichtlich.

Regierungs- und ideologiekritische Karikaturen sind in der
Bundesrepublik Deutschland 2017 wichtiger denn je. Die Flensburger
Karikaturen-Ausstellungsabsage zeigt es.“

Götz Wiedenroth…

…wird 1965 in Bremen geboren, beginnt seine berufliche Laufbahn als
Industrie- und Diplomkaufmann. Kaufmännische Ausbildung bei der
Daimler-Benz AG, Niederlassung Hamburg. Studium der
Wirtschaftswissenschaften/ Betriebswirtschaftslehre an der Nordischen
Universität Flensburg und der Universität Kiel, Abschluß dortselbst
1995. Beschäftigt sich während des Studiums als Kleinunternehmer mit
der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kunst, organisiert
Seminare, Ausstellungen und Kongresse zum Thema Kulturmanagement auf
Schloß Glücksburg in Glücksburg. Arbeitet in Flensburg seit 1995 als
freier Karikaturist, Cartoonist, Illustrator und Zeichner.

Seine ersten Karikaturveröffentlichungen erscheinen 1989 in der
Flensburger Tagespresse. Von 1995 bis 2001 zeichnet er täglich für den
Karikaturendienst von news aktuell, einer Tochtergesellschaft der
Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hamburg. Von 1996 bis 2016
erscheinen landes- und lokalpolitische Karikaturen aus seiner Feder in
den Tageszeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags,
Flensburg.

Der von Kindheit an passionierte Zeichner erhält 1997, 2001 und 2008
Auszeichnungsurkunden des „Deutschen Preises für die politische
Karikatur“, verliehen durch die Akademie für Kommunikation in
Baden-Württemberg, Stuttgart.
Wiedenroths gezeichnete Kommentare sind von 2002 bis 2010 auf der
deutschen Nachrichtenseite des Internetportals Yahoo! erschienen.
Ferner sind Karikaturen, Zeichnungen und Fotos von Wiedenroth in
seinen Internet-Tagebüchern Karikamur-Karikatur!, Der Norden in der
Wiedenroth-Karikatur, Dunstkunst sowie auf den Seiten der
Fotoplattform flickr zu sehen. Im Juni 2009 veranstaltet Wiedenroth
die bundesweit vermutlich einzige öffentliche Ausstellung mit
Karikaturen, die die staatlich verordnete und staatlich finanzierte
Ideologie, nach der der Mensch schuld an Klimaveränderungen sei, offen
anprangern. Ort ist das Flensburger Naturwissenschafts-Erlebniszentrum
„Phänomenta“.

Rückfragen an: Götz Wiedenroth, Mühlenstraße 28, 24937 Flensburg,
Tel. 0461 – 18 23 56www.wiedenroth-karikatur.de

Bildanhang: Absageinformation auf Ausstellungsplakat. (JPEG-Datei).


4
Einzelstellungnahmen Götz Wiedenroth gegenüber dem Kollegen Matthies, shz, 02.05.2017

Zu Ihrer Frage 1 nehme ich wie folgt Stellung:

„Die Europa-Universität Flensburg zieht ihre Raumzusage zurück und
will eine Ausstellung mit Karikaturen meiner Hand unter dem Titel
„Lügenpresse — Fake News“ in ihrem Ausstellungsraum „Modul 1“ nicht
stattfinden lassen. Zu dieser Entscheidung ist sie trotz getroffener
Absprachen natürlich jederzeit frei. Die von ihr zur Begründung
verklausuliert und öffentlich erhobene Behauptung, ich würde mich
feindschaftlich gegenüber Frauen, Moslems, Ausländern oder
Juden/Arabern verhalten, ist unwahr und wird von mir scharf
zurückgewiesen. Ich begegne jedem Menschen freundlich und verbindlich,
was alle Personen, die mich kennen, bestätigen werden. Meine
Karikaturen hingegen machen die Politik lächerlich, das ist die
Aufgabe der politischen Karikatur. Die reflexhafte, floskelhafte
Verwendung diffuser Kampfbegriffe, die meinen Arbeiten und damit auch
mir persönlich irgendeine „Feindlichkeit“ unterstellen, hat leider den
Charakter übler Nachrede, aber vermutlich auch eine entschuldigende,
selbstbefreiende Absicht gegenüber den gestrengen Augen der
politischen Macht. Es ist erschütternd zu sehen, wie die politisch
gewollte, stetige Verengung des öffentlich präsentablen
Meinungsspektrums mittlerweile auch am Gebiet der Satire zu nagen
beginnt.“

Zu Ihrer Frage 2 nehme ich wie folgt Stellung:

„Der DJV ist in seiner Entscheidung, welche Veranstaltungen er in
seinen Kalender aufnimmt, selbstverständlich frei. Die Ankündigung,
künftige Stammtisch-Termine aus Flensburg nicht mehr darin
aufzunehmen, wird allerdings mit Ablehnung „dumpfer Stimmungsmache“
begründet. Da dieser Begriff denkbar unpräzise und typisch
zeitgenössisch floskelhaft ist, möchte ich doch die Frage stellen, ob
der DJV inskünftig seinen Mitgliedern mit gleicher Begründung
empfehlen wird, öffentliche Veranstaltungen sämtlicher politischer
Parteien nicht mehr zu besuchen. Besonders in Karnevals- und
Wahlkampfzeiten.“

Zu Ihrer Frage 3 nehme ich wie folgt Stellung:

„Die Zahlenverdoppelung in der Uhrzeit wurde aus Gründen der
Originalität und leichten Merkbarkeit im Gedächtnis gewählt. 17.17 Uhr
erwies sich als zu früh, 19.19 Uhr als zu spät für die Anwesenheit
wichtiger Beteiligter aus Universität und Medienstammtisch. Aber in
der Nachschau hätte wohl auch schon die Terminierung  „18.00 Uhr“  für
einen denunziations-hysterischen Orgasmus in den Hirnen der modernen
Hexenjäger gesorgt.“

5
Aufforderung an die Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg,
Nachtrag vom 04.05.2017

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Sehr geehrte Frau Fischer,

gestern abend, 03. Mai 2017, wurde eine Sendung des Norddeutschen Rundfunks über mein Karikaturen-Ausstellungsprojekt „Lügenpresse — Fake News“ ausgestrahlt. Der Tonmitschnitt der betreffenden Passage liegt mir vor. In Ihrer Eigenschaft als Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg haben Sie darin öffentlich das folgend Zitierte über mich als Person behauptet (bei 2 Minuten, 50 Sekunden des Tonmitschnitts):

„Götz Wiedenroth ist bekannt als Karikaturist. Mir war nicht bekannt, daß er diesen, ich würde schon sagen, eindeutig rechten bis rechtsextremen Hintergrund hat. Das wußte ich nicht. (…)“

Ich fordere Sie hiermit auf, mir bekanntzumachen, auf welche Informationen Sie sich bei dieser öffentlichen und schwer rufschädigenden, auf meine Person bezogenen Verleumdung „rechter bis rechtsextremer Hintergrund“ berufen. Soweit Sie sich mit dieser Verleumdung auf Karikaturveröffentlichungen meiner Hand bezogen haben sollten, fordere ich Sie auf, mir die betreffenden Karikaturveröffentlichungen, die nach Ihrer Auffassung als Beleg für die genannte Verleumdung dienen können, konkret anzuzeigen.

Für Ihre Antwort habe ich mir den kommenden Montag, 8. Mai 2017, 17.59 Uhr, notiert.

Ich beabsichtige, Ihre Stellungnahme in einem Blogbeitrag zur Sache zu veröffentlichen. Die Inanspruchnahme von Rechtshilfe zur Wahrung meiner Persönlichkeitsrechte behalte ich mir vor.

Dieses ist ein offener Brief.

Mit freundlichen Grüßen

Götz Wiedenroth
Flensburg, 04. Mai 2017

Nachtrag, 08.05.2017, 18.02 Uhr: Zu vorstehender Aufforderung wurde innerhalb der gesetzten Frist keine Antwort an meine dort bekannte Mailadresse oder Briefanschrift gesendet.

 +++

ABGESAGT: Ausstellung mit politischen Karikaturen: „Lügenpresse — Fake News“. Mai 2017, Flensburg.

Vernissage am 16. Mai 2017, 18.18 Uhr.
Ort: MODUL1 der Europa-Universität Flensburg, Rote Straße 17, 24937 Flensburg.
Präsentation vom 16. bis 27. Mai 2017.
Öffnungszeiten: donnerstags und freitags, jeweils 15 bis 18 Uhr, und samstags, jeweils 12 bis 15 Uhr.

Die Ausstellung

Je weiter die Informationsgesellschaft sich entwickelt, desto undemokratischer tobt in ihr der mediale Machtkampf um die Frage, was Lüge und was Wahrheit ist.

Der Künstler

Götz Wiedenroth (51) ist seit 1995 freiberuflich als politischer Karikaturist und Illustrator in Flensburg tätig. Er sieht die Aufgabe eines Karikaturisten darin, die Mächtigen als jene Würstchen zu zeichnen, die sie sind.

CANCELLED: Exhibition with political cartoons: „Lying press — Fake News“. May 2017, Flensburg, northern Germany.

Vernissage on May 16, 2017, 6:18 pm.
Place: MODUL1 of  European University of Flensburg, Rote Strasse 17, D-24937 Flensburg.
Presentation from 16 to 27 May 2017.
Opening hours: Thursdays and Fridays, from 3 pm to 6 pm, and Saturdays from 12 am to 3 pm.

The exhibition

The further the information society evolves, the more undemocratic is the media power struggle as to what is a lie and what is truth.

The artist

Götz Wiedenroth (51) has been working freelance as a political cartoonist and illustrator in Flensburg, northern Germany, since 1995. He sees the task of a caricaturist in drawing the powerful as the sausages they are.

(„Tag der Befreiung“ = Day of liberation)