Kategorie: Informationstechnologie

Unternehmertum im wechselnden Glück der Zeiten: Mobilcom.

Nachdem die Büdelsdorfer Firma Mobilcom AG als Mobilfunkprovider und Verbindungsnetzbetreiber eine aufsehenerregende Geschäfts- und Börsenkarriere hingelegt hatte, verschlechterte sich ihre finanzielle Lage im Verlauf des Jahres 2002, im Zusammenhang mit der Ersteigerung von UMTS-Lizenzen und den Kosten für den UMTS-Netzaufbau, erheblich. Mobilcom- Gründer Gerhard Schmid war als Vorzeigeunternehmer des „Neuen Marktes“ und als Vorreiter bei der Einführung preiswerter Verbindungstarife populär. Im Bild wird sein Kreditantrag am Tisch der kreditgebenden Banken und Sparkassen nur noch mit der Kneifzange angefaßt. Ein Banker raunt: „Und ich wollte ihm letztens noch 10 Anlageberater auf den Hals schicken …“

Karikatur von 2002.

Advertisements

Hansi Handel: Tastatur-Airbag.

Hansi Handel verfolgt am Bildschirm eine Internet-Auktion. Eine Armbanduhr „Relax 1946“ wird feilgeboten. „Oh – für so wenig Geld? Da schlage ich doch zu … Enter!“ In diesem Moment gibt es ein Knallgeräusch, und Hansis Hand wird von einem vorspringenden Luftsack „Fälschungs-Schutz-Airbag“ daran gehindert, die Eingabetaste zu betätigen. Anlaß genug, beim Auktionshaus nachzufragen, ob die Uhr überhaupt echt ist. Comic von 2002.

Kuddel Schlau: Computer-Kauf. Virenschutz. Beratung.

Kuddel im Ladengeschäft. Der aufmerksame, aber erkältete Verkäufer versichert ihm, daß ein Virenschutz gegen alle gängigen Viren bestehe. Das wird Kuddel zugute kommen, nachdem der Verkäufer ihm größere Mengen rhinitischen Auswurfs ins Gesicht geniest hat. (Comic von 2000).

Grünner und Baas: Digitale Vernagelung.

Grünner und Baas am Meer bei Sonnenuntergang. Gefesselt an die beschränkte Welt ihrer Laptops schwärmen sie von den digitalen Sinneseindrücken, die ihre elektronischen Beatifikatoren ihnen gewähren: „Zum Feierabend betrachte ich immer Landschaftsbilder auf meinem Laptop. Und Sie?“ „Höre gern Möwengeschrei von Audio-Dateien. Ist aber zu laut dafür hier!“ (Karikatur von 2014.)

MdB stellt Internet-Stimmabgabe bei Parlamentswahlen vor.

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen (aus Bönstrup, CDU) hält ein Fortbildungsseminar zu demokratischen Wahlakten im Internetzeitalter. Die Teilnehmer sitzen vor Computerbildschirmen, auf denen gerade der Internet-Wahlzettel vorgestellt wird. Man habe zwei Klicks statt der vertrauten zwei Kreuzchen-Stimmen aus dem Papierstimmzettel-Zeitalter. Börnsen stellt weitere wissenswerte Fachbegriffe zum Thema vor, die er mit Kreide an die Tafel geschrieben hat: „Klick-Lokal, Klick-Abgabe, Klick-Recht, Klick-Mehrheit, Klick-Vieh, Bekifft-Klicken-Verbot“. Der letzte Begriff nimmt auf eine Wortschöpfung der schleswig-holsteinischen Jungen Liberalen Rücksicht, die im Jahre 2000 ihr Programm der Wähler- respektive Klickerschaft auf einer Webseite namens bekifft-ficken.de zu verklickern versucht hatten. Staatsbürgerkunde Bönstruper Schule. (Karikatur von 2001).

Grünner und Baas: Industrie 4.0.

Baas zeigt seinem Unternehmerkollegen Grünner den neu organisierten Betrieb: „Das ist die vierte industrielle Revolution! Meine Fabrik optimiert sich laufend von selbst! Alle Schwachstellen werden laufend diagnostiziert und soroft angezeigt!“ In der Tat: Vor Grünner schießt eine Kamera aus dem Boden, die ihn mißtrauisch ins Visier nimmt, und eine Lautsprecherstimme sagt: „Unbekannte Person … 70% Spionageverdacht …“. Aber auch Grünner, der wie selbstverständlich eine RFID-Marke am Revers trägt, gerät ins Visier der vollautomatischen Schwachstellenüberwachung: Über seinem Haupt zieht ein behandschuhter Maschinenzeigefinger seine Bahn und deutet auf ihn selbst: „Weitschweifigkeitsalarm …“ (2013).