Kategorie: Internet

Conny Zuseh: Avatar. Persönlichkeitsspaltung.

Avatare, die ein zweites, drittes, viertes und viele weitere virtuelle Leben ermöglichen. Conny Zuseh: „Herr Doktor, ich habe eine avatarische Identitätskrise!“ Antwort des Therapeuten: „Wegen Terminnot kann ich Sie leider nur avatarisch behandeln!“ Diese Behandlung erfahren bereits Connys viele Avatare und klagen: „Ich fühle mich so gespalten …“ Und jeder der Therapeuten-Avatare denkt sich: „Oh nein – nicht noch einer …“

Karikatur aus dem Jahre 2007.

Conny Zuseh: Avatar. Personality split.

Avatars that allow a second, third, fourth, and many more virtual lives. Conny Zuseh: „Doctor, I have an avatar identity crisis!“ Therapist’s answer: „Because of schedule difficulties I unfortunately can treat you only as an avatar!“ Connys many avatars already receive this treatment and lament: „I feel so dissociated …“ And each of the therapist’s avatars thinks: „Oh no – not another one …“

Caricature as of 2007.

Conny Zuseh: Achtung, Gentleman-Würmer!

„Guten Tag! Ich bin der Wurm Hypno-SE mit Sprachfähigkeit und habe jetzt Ihren Rechner unter Kontrolle! Auch Sie sind jetzt in meiner Gewalt! Rechte Hand hoch, linke auf die Tastatur. Das Fluchen bitte einstellen! Und nun geben Sie liebenswürdigerweise Ihre PIN-, TAN- und Kreditkartennummern ein. Danke für Ihre Mitarbeit!“

Karikatur aus dem Jahre 2004.

Conny Zuseh: Attention, Gentleman-Worms!

„Greetings! I am the worm Hypno-SIS with language ability and now have your computer under control! You also are now under my control! Right hand up, left hand on the keyboard. Stop cursing please! Now enter your PIN kindly, your TAN and credit card numbers. Thank you for your cooperation!“

Caricature as of 2004.

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Schlaglöcher per Internet melden.

„Ich soll sofort wegen eines Schlaglochs ausrücken?? Jetzt? Um drei Uhr morgens?“

„Positiv, Bautruppführer 3! Ende und Aus!“

Karikatur aus dem Jahre 2016.

Reporting potholes via internet.

„I’m expected to moving out immediately because of a pothole ?? Now? At three o’clock in the morning?“

„Positive, gang foreman 3! End and out!“

On screen: defect notification app. Incurred two minutes ago.

Caricature as of 2016.

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Weihnachten. Betlehem. Und es sprach der Hirte …

Und es sprach der Hirte: „Und, isch des Kindle scho do?“ Es ist. Sogar zweifach. Karikatur aus dem Jahr 2013.

Christmas. Bethlehem. And quoth the shepherd: „And … The child – is it already there?“ It is. Even twofold. (On book: So I take care of my Kindle. Kindle: In German region of Swabia vernacular for „child“. Kehrwoche: In German region of Swabia understood as the week in which one is due to do the cleaning in communal areas.) Caricature as of 2013.

Staatliche Versteigerung. UMTS-Lizenzen.

„Aber ich bin bloß Zuschauer und hab‘ nur mal geniest …“ „Gebot ist Gebot! 50 Milliarden zum ersten … zum zweiten …“ (Karikatur aus dem Jahr 2000).

State auction in Germany. UMTS licenses. „But I’m just a spectator and’ve just sneezed once …“ „Bid is bid! 50 billion going once … going twice …“ (cartoon as of year 2000).

Telemedizin.

Die Kollegin unterzieht sich einer telemedizinischen Untersuchung an ihrem Arbeitsplatz. Via Monitorkamera (Webcam) erhält ein Arzt, dessen Gesicht am Schreibtisch-Bildschirm erscheint, visuelle Eindrücke von seiner Patientin. Er erteilt ihr die Anweisung: „Den Hals noch ein wenig mehr nach links!“ Für die Kollegen im Großraumbüro ein völlig normaler Vorgang, wenn sich ein Mitarbeiter vor ihren Augen entkleidet. Fehlzeiten gefährden den Arbeitsplatz, und wer zu oft fehlt, wird durch einen anderen von der Straße ersetzt, der weniger oft fehlen zu können glaubt. Lange Wartezimmer-Wartezeiten sind daher gefährlich für das Einkommen und den Kreditabtrag jedes Kollegen. Die Technik macht beschleunigte Verfahren möglich, also wird das Machbare gemacht, Privatsphäre hin oder her. Da die Schlafzimmer und sonstigen öffentlichen Plätze dieser erbärmlichen Republik ohnedies von führenden Geheimdiensten der westlichen Wertegemeinschaft mit Bespitzelungsgerät aller Art ausgeforscht werden, sind Genierlichkeiten allemal fehl am Arbeitsplatz. „Telemedizinischer Arztbesuch! Und ja — sie hat vorher ausgestempelt!“ (2010).

The colleague undergoes a telemedical consultation in the workplace. Via monitor camera (Webcam) a doctor whose face appears on the desktop screen receives visual impressions of his patient. He gives her the instruction: „The neck a little more to the left“ For the colleagues in the open-plan office it is completely normal, if an employee undresses in front of their eyes. Absences jeopardize the job, and who is absent too often, will be replaced by another from the street who has more reasonable notions of absence. Long stays in waiting-rooms are therefore dangerous for income and credit instalments of each colleague. The technology makes possible fast-track procedure, so what is possible will be done, privacy or not. Since bedrooms and other public places in this wretched Republic are investigated by leading intelligence services of the Western community of values ​​with spying device of any kind, feeling embarrassed is totally out of place at the workplace. „Tele Medical doctor’s visit! And yes – she has clocked out in advance!“ (2010).