Kategorie: Karriere

Demokratie: Das entwürdigende Ritual der Vorsitzenden-Anbetung.

CDU-Parteitag 2012. Vorsitzende. Mutti der Massen. Angela Merkel wird mit stramm sozialistischen 98 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt. Karikatur aus dem Jahre 2012.
CDU-party convention, 2012. Caption: Chairperson. Mom of the masses. 
German Federal Chancellor and chairwoman of christian democrat’s union (CDU), Angela Merkel, is re-elected with 98 percent of delegate votes. Caricature as of 2012.

CDU-Parteitag 2015. Lob des CDU-Delegierten nach dem Parteitag. Merkel tätschelt sein wohlgescheiteltes Haupt und raunt dem Partei-Streberlein zu: „Brav applaudiert und abgestimmt hast du! Bekommst doppelt Nachtisch und darfst bis 10 Uhr aufbleiben!“ Karikatur aus dem Jahre 2015.
CDU-party convention, 2012. Caption: Praise of the CDU delegate after the congress. 
Merkel is patting his fine-parting-head and whispers to party’s eager beaver: „You applauded und voted bravely! You’ll get twice dessert and will be allowed to stay up until 10 o’clock!“ Caricature as of 2015.
CDU-Parteitag 2011. Wir sagen Ja zu Mutti, tönt es aus den Mündchen der zu ihren Füßen kriechenden Parteiwürmchen. Zertritt mich nicht, ist ihr Appell, bitte hilf mir nach oben. Karikatur aus dem Jahre 2011.
CDU-party convention, 2011. We say yes to mom, sounds from the little mouths of crawling worms at the feet of Angela Merkel. Don’t tread on me, is their appeal, please help me up. Caricature as of 2011.

CDU-Parteitag von 2010. Der Renner in Karlsruhe: die Parteitagsapplaus-App. „Sechs Minuten mindestens – sonst gerät meine Parteikarriere in Gefahr!“ Karikatur aus dem Jahre 2010.
CDU-party convention, 2010. Caption: The hit in Karlsruhe: party-congress-applause-app. 
„Six minutes at least – otherwise my party career gets in jeopardy!“ 
Caricaure as of 2010.
 
CDU-Parteitag von 2004. „Na und?“, sagt der böse angestarrte Delegierte mit der drehmechanischen Klatschapparatur auf dem Tisch. „Die Parteitagsregie erwartet gleich acht Minuten Dauerapplaus!“ Karikatur aus dem Jahre 2004.
CDU-party convention, 2004. „So what?“, says the delegate with hinge mechanism-driven applause machine, angrily stared at by a party colleague, „The congress management expects eight minutes permanent applause in a minute!“ 
Caricature as of 2004.

„Parteiendemokratie ist die ins Kleinteilige transponierte Feudalordnung. Was früher die Könige und Kaiser waren, mit ihrer Kamarilla, ihren Zuträgern und Günstlingen, der kriechenden Liebedienerei und schmierigen Gefallsucht der Untertanen, den majestätisch-willkürlichen Entscheidungen über Wohl und Wehe, über Karriere oder Untergang – was also im Feudalzeitalter Kaiser oder Könige waren, ist heute im kleinen der oder die Parteivorsitzende. Der Dorfkönig der Demokratie. Kein Fortschritt unter der Sonne insoweit.“ Götz Wiedenroth, Karikaturist, 2016.

„Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem können wir sie dazu bringen, ihre Energie für Kämpfe aufzubrauchen — für Fragen, die keinerlei Bedeutung haben.“ Montagu Norman, Gouverneur der Bank Of England von 1920 bis 1944, bei einer Ansprache vor der Bankiervereinigung der Vereinigten Staaten von Amerika in New York, 1924.

Democracy: The humiliating ritual of worshipping the chairperson. 

„Party democracy is the same as the feudal system, but transposed into fragmented levels. What once emperors and kings were, with their camarilla, their informers and minions, with the sycophantic servility of their subjects and their greasy craving for benevolence, the majestic arbitrary decisions about the weal and woe, about career or demise – so what formerly were the feudal emperors or kings, is today the party chairman or chairwoman on the fragmented level. The village king of democracy. In this respect there is no progress under the sun.“ Götz Wiedenroth, caricaturist, 2016.

„By splitting the electorate into the political party system we can get them to use up their energy for battles — for questions that have no meaning.“ Montagu Norman, Governor of the Bank Of England 1920-1944, when delivering a speech  before the Bankers Association of the United States of America, New York, 1924.




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Anklage wegen Volksverhetzung. Was das ist, bestimmen die Führer der etablierten Parteien.

Justiz mit „J“ wie „Januskopf“. Rechtsawendung je nach Karriereimpuls und Ministerwohlwollen.

„Störung des öffentlichen Friedens, Angriff auf die Menschenwürde, böswillige Verächtlichmachung, Aufstachelung zum Hass“ – Die Staatsanwaltschaft klagt wegen Volksverhetzung an:

„Gelumpe, Viehzeug“.

(Im konkreten Fall hat diese Worte eine Person geäußert, deren Aktivitäten den Führern der etablierten deutschen Parteien nicht ins Konzept passen. Die weisungsgebundenen und karriereinteressierten Staatswanwälte gingen dienstbar ans Werk und verfaßten eine Anklageschrift.

Manche Politiker sind interessanterweise zugleich Quelle einiger der nachstehend zitierten Angriffe auf die Menschenwürde pp. jener Menschen, die zu den Auffassungen der etablierten Parteien dissident stehen. Welcher Staatsanwalt wollte sich an diese Gruppe — und deren politische Lieblinge aus dem „linksextremen Spektrum“ —  herantrauen und deshalb riskieren,  den Rest seiner Dienstzeit an einem winzigen Provinz-Amtsgericht zu fristen?)

 Die Staatsanwaltschaft ermittelt NICHT und klagt auch NICHT an:

„Schweinefresser, Scheiß-Deutscher, Christenschwein, Schweine und Affen, Hetzer, Ratten, üble Mischpoke, brauner Dreck, Nazis in Nadelstreifen, Deutschland verrecke, braune Soße, rechtes Pack, Volkstod fördern, Volksdeutsche zwangsvergewaltigen, Volkspest, Nazischweine-Mischpoke, Drecksvolk, Völkerabschaum, germanische Zellhaufen, Bomber Harris, do it again.“

Karikatur von 2015.

Deutsche Journalisten zu deutschen Kriegseinsätzen.

Eifrig klackert die Tastatur in der Politikredaktion des „Hinterhältigen Anzeigers“. Unter der Rubrik „Nie wieder“ schreibt ein spitzbärtiger Altlinker: „Die Deutschen – ein militaristisches, kriegerisches Mistvolk, das gefälligst für seine Kriegsgeilheit EWIG sühnen soll … blah … blah … blah“ Plötzlich weht aber ein anderer Wind, und derselbe Schreiberling läßt sich wie folgt in seinem Beitrag zum Artikel „Syrien: Assad muß weg!“ vernehmen: „Die Deutschen – sie kneifen, wenn es gilt, an der Seite von Friedensnobelpreisträger Barack Obama entschlossen zu bombardieren und zu liquidieren … blah …“ Erziehungsjournalismus mit Wetterfahnen-Differentialgetriebe. Wie inzwischen als gesichert gelten kann, hat dieses Getriebe eine Schwungscheibe, die in den Machtzentralen der USA gelagert ist. (Karikatur von 2013.)

German journalists on German military deployments. The keyboard at the politics desk of German  fictitious“Perfidious Gazette“ is clicking eagerly. Under the heading „Never again“ an aged left-winger with pointed beard writes: „The Germans – a militaristic, warlike crap people which shall kindly atone for his war lust forever … blah … blah … blah“ But suddenly there’s blowing a new wind, and the same hack can be read in his contribution to the article „Syria: Assad must go“ as follows: „The Germans – they chicken out when it comes to bombing and liquidating resolutely alongside Nobel Peace Prize Laureate Barack Obama … blah …“  Caption: Education Journalism with weathervanes differential gear. How can be considered as certain in the meantime, this differential gear has a flywheel which is mounted in the power centers of the United States. (Karikatur von 2013.)

Staatliche Bildungsförderung. Zukunft.

Mit vollen Händen reicht Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) dem bildungshungrigen jungen Mann Geld zur Finanzierung seiner Ausbildungspläne, das er mit Neuverschuldung beschafft hat. Es ist genau dieses Geld, das er, der junge Mann, in ferner Zukunft als alter Mann in Form von Steuererhöhungen zu tragen haben wird. Der Dienst an den gigantischen Staatsschulden will schließlich finanziert sein. Aber wenn es soweit ist, sind die dafür verantwortlichen Politiker längst nicht mehr haftbar zu machen. Entweder weil ihnen der volkswirtschaftliche Schaden nicht persönlich zugerechnet werden kann (war ja „Konsensentscheidung“, also im Zustand organisierter Verantwortungslosigkeit gefaßt) oder weil sie längst tot sind. Aber ihren Spaß bei der demokratischen Wählerstimmengewinnung haben sie zu Dienst- und Lebzeiten immerhin gehabt. „Hier – Bildungszulage aus deiner … äh, für deine Zukunft!“ (Karikatur von 2004.)

State education funding. Future. With handfuls German chancellor Gerhard Schröder (SPD) hands money to the young man who is hungry for education and needs money for financing his education plans, money which Schröder procured by making new debt. It is precisely this money that he, the young man, will have to bear as an old man in the form of tax increases in the future. The service at the gigantic public debt eventually has to be funded. But when the time comes, the politicians who are responsible for indebtedness can no longer be held liable. Either because the economic damage can not be attributed to them personally (since it was „consensus decision“ to increase the debt, i.e. taken in the state of organized irresponsibility) or because they are long dead. But after all they’ve had their fun in democratically convincing their electorate during their service- and lifteime. „Here – education allowance from your … uh, for your future!“ (Caricature as of 2004.)

Personalmangel in der Gastronomie.

Zwei Mitarbeiter eines Gastronomiebetriebs rollen den roten Teppich aus. Fragt der eine: „Bekommen wir Staatsgäste?“ Sagt der andere: „Nein, Bewerber!“ (2014)

Shortage of staff in the restaurant industry. Two employees of a catering outlet roll out the red carpet. Asks one: „Do we expect state guests?“ Says the other: „No, applicants!“ (2014)