Kategorie: Kino

Horrorfilme zur Weihnachts-Saison in der Tannenbaum-Zivilisation.

Mutter und Kind Tannenbaum passieren das Tannenbuschstädtische Lichtspieltheater. Es hängen dort Plakate aus, die über das aktuelle Horrorfilmprogramm informieren. Kino 1 bietet den Streifen „Dezember-Horror – Axt am Ast“. Unzweideutig wird dort gezeigt, wie ahnungslose Tannenbäume von zweibeinigen Monsterwesen vermittels scharfkantiger Metallwerkzeuge vom Stamm getrennt werden. Kino 2 zeigt das Filmwerk „Januar – das Grauen. Nadeln und Fackeln“. Ein Vermerk weist darauf hin, daß nur starke Tannen diesen Film sehen sollten. Der Plakatinhalt macht klar, daß die Handlung sich um das Leiden unglückseliger Tannenbäume dreht, die ihre Existenz auf dem Scheiterhaufen verlieren, währenddessen sich zweibeinige Monsterwesen sowohl an Getränken als auch am Lodern der Flammen delektieren. Mutter Tannenbaum zieht ihren Sprößling energisch fort vom Ort: „Sieh da nicht hin! Du bist noch zu klein für diesen Schund!“ (2014).

Mother and child fir tree pass the Christmastreetown urban cinema. Movie posters are shown there that inform about the current horror film program. Cinema 1 provides the strip „December Horror – axe on branch“. Unambiguously, one sees how clueless fir trees are separated from the trunk by two-legged monster beings using sharp metal tools. Cinema 2 shows the film work „January – the horror. Needles and torches.“. The poster illustration points out that only strong firs should see this film. The poster content makes it clear that the story deals with the suffering of unfortunate fir trees that lose their existence at the stake during which two-legged monsters take delight of drinks and of the blaze of flames as well. Mother fir vigorously pulls her offspring away from the place: „Don’t look back. You are still too little for this trash!“. (2014).

Datenschutz im Prisma: eine staatliche Kultur der Lüge.

Im Autokino. Der Filmton wird per Radiofrequenz übertragen. Hier aber kommt etwas anderes als Begleitmusik aus dem Lautsprecher der Zuschauer: „Du bespitzelst die Fahrer in der ersten Reihe – ich die in der zweiten!“ — „Verstanden!“.  Über der Szenerie kreisen zwei Hubschrauber, die im Dienste der Dienste der geliebten Befreiernation USA stehen: CIA und NSA. Die Zuschauer wundern sich: „Also irgendetwas stimmt mit der Funkfrequenz für den Filmton nicht!“ Wie überhaupt etwas mit der Frequenz der vielgerühmten Grundrechte im freiheitlichsten Staat auf deutschem Boden seit jeher nicht stimmt. In den Artikeln 1 bis 19 des Grundgesetzes, in denen die „Grundrechte“ bestimmt werden, geht es immer schön im Rhythmus „hat das Recht/ ist gewährleistet“ – wumm – wumm -wumm- „Einschränkungen sind …/ das Nähere regelt ein Gesetz“- wumm – wumm -wumm“.  Artikel 15 – Überführung von Privatbesitz in Gemeineigentum, vulgo Verstaatlichung. DDR? Nix da, BRD! Bemerkenswert ist auch Artikel 19, Satz 2: „In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden.“ Was der Wesensgehalt im einzelnen genau ist, legen im Zweifel die dunklen Mächte, die mit US-, CI- und NS- anfangen, fest. Einigkeit im Recht zum Freiheitsentzug. Eine staatliche Kultur der Lüge. Nicht erst seit Mollath. (2013).

In the drive-in. Movie audio is transmitted via radio frequency. But here comes something different than accompanying music from the speakers of the audience: „You spy upon the driver in the front row – I upon those in the second!“ – „Got it“. Two helicopters are hovering above the scene, at the service of the services of the beloved liberator’s nation USA: CIA and NSA. The audience is wondering, „So there’s something wrong with the radio frequency for the film sound!“ Like anything has always been wrong with the frequency of the fundamental rights in the acclaimed freest state on German soil ever. In Articles 1 to 19 of the Basic Law, in which the „fundamental rights“ are determined, it goes always nice along to the rhythm „has the right / is guaranteed“ – thump – thump-thump -„restrictions are only / is further regulated by a law“ – wham – wham – wham“. Article 15 – transfer of private property to public ownership, commonly known as nationalization. GDR? No you don’t – FRG! However, remarkable is Article 19, sentence 2:“ In no case may a basic right be infringed in its essence.“ What that essence is in detail, however,  in case of doubt is set by the dark powers, whose names begin with US-, CI- or NS-. Modified motto of German national anthem: unity in the right of deprivation of liberty. A national culture of lying, not only since the case of one Mr. Mollath who was incarcerated for seven years in a forensic psychiatry in Bayreuth due to bad and unlawful jurisdiction practice. (2013).

Theater mit Licht und Schatten.

Aus der Anfangszeit des Kinos, als man die aufkommenden Lichtspieltheater noch „Kinematographische Anstalten“ nannte und man zur Vorführung im „Cinematographiesaal“ Platz nahm. Griechisch „kinema“=“Bewegung“, „kinein“=“bewegen“, „graphein“=“schreiben“. In jenen Tagen bewirkte die verblüffend realistische Schreibung bewegter Bilder, also ein Film, so manches Mal Unruhe im Saal, denn die Sehgewohnheiten der Menschen damals vermochten das Geschehen auf der Leinwand nicht immer sicher von realem Geschehen zu unterscheiden. Erschien eine Lokomotive auf der Bühne, die filmprojiziert auf sie zuraste, wurde die Frage, ob „reale Bewegung“ oder „kinema graphein“ vorlag, im Zweifel unter Gesichtspunkten der eigenen Sicherheit entschieden. Panikreflex. Flucht.
(Karikatur von 2008).

Theater with light and shadow. From the early days of cinema, when the upcoming movie theaters were called „Cinematographic Institutes“. Greek „kinema“ = „movement“, „kinein“ = „move“, „graphein“ =“write“. In those days, the amazingly realistic presentation of moving images, a movie, caused sometimes unrest in the hall, because the viewing habits of the people at that time didn’t allow reliable distinction between action on the screen and real events. If a locomotive appeared on the stage, seemingly heading towards them, the question whether „real movement“ or „kinematic graphein“ was given in doubt was decided from the standpoint of safety. Panic reflex. Escape. (Cartoon from 2008).

Riechkino.

Erschienen exklusiv in der Computer Zeitung, April 2005.  
Published exclusively in Computer Zeitung, April 2005. On seat: ultrasound smell induction. On screen: Orson Welles in „The Third Man“. Balloon: „All-senses-cinema, all well and good …“ Caption: „… but I’ll never get accustomed to popcorn with sewers‘ smell.