Kategorie: Kirche

Trainingszentrum für Glaubenspraxis: Du sollst nicht stehlen.

Rätselhafter Schwund von angepflanzten Tannen des Stifter-Weihnachtswaldes auf dem Kirchhof der Christuskirche in Rethwisch. Grund genug, das siebente Gebot gewissenhaft zu üben. (Karikatur von 2015).

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Flensburg: St. Jürgen retten.

Infolge statischer Probleme bilden sich Risse im Gewölbe, und es fallen Putzbrocken in den Innenraum: Die Flensburger Kirche St. Jürgen, fertiggestellt im Jahre 1907 auf der östlichen Höhe, muß saniert werden, damit das Kirchenschiff nicht auseinanderfällt. Maximallösung: Ein massiver Zuganker mit Flügelmutter, beide tausend Tonnen schwer, hält das Gemäuer zusammen. „Auseinanderfallen wird diese Kirche nicht mehr, kann ich Ihnen sagen!“ Alles gut, solange der Hang nicht ins Rutschen gerät. Wegen der Hanglage ist der Turm der Kirche zur Bauzeit an der Ostseite des Kirchenschiffs errichtet worden, also nicht in den Hang hinein. Üblicherweise befindet sich der Turm an der Westseite eines Kirchenschiffs. (2014).

Ahrensburg: Protestandacht für die Erhaltung von St. Johannes.

Eine Lautsprecherstimme aus einem Wachturm richtet das Wort an eine Gruppe von Demonstranten, die sich für den Erhalt der Kirche St. Johannes in Ahrensburg einsetzen: „Hier spricht der Kirchengemeinderat. Ihre Protestandacht findet immer noch zu nahe am Kirchengebäude statt! Versicherungsvorschriften – Sie kennen das ja, hähähä!“ Das Kirchengebäude ist relativ gut gegen unbefugte Annäherung gesichert: durch eine Mauer mit abgerundeter Krone, Metallgitterzaun mit Nato-Draht, Wachhunden, Baustellenzaun und Suchscheinwerfern. (2014).

Nordelbische Kirche. Einsparungen. St. Florian.

Der kleine Engel verfolgt mit Kopfhörer die Gebete aus der Nordelbischen Kirche, die sich intern auf Kürzungen der Geldmittel einstellen muß, im Tenor lauten sie: „… verschon‘ mein Budget – schneid’s andere an …“ Der Engel informiert den Adressaten, den sprichwörtlichen St. Florian: „Jede Menge Anrufungen auf der evangelischen Frequenz!“ (2003).

Der Pastor ist im Amt. Noch.

Kirche lebt vom Mitmachen: Personalplanungs-Frühschoppen. Der Kirchengemeinderat (früher Kirchenvorstand genannt) tagt. „Also … ist der Pastor noch unser Mann?“ „Haben wir Ersatz? 8 Monate Amtszeit sind ja schon rekordverdächtig bei uns …“ „Hört zu: Diese Musik-CD habe ih in seinem Umkleideraum in der Kirche gefunden!!!“ „Frau Kollegin, diese Musik-CD ‚finden‘ Sie dort jedes Mal, wenn Sie einen neuen Pastor wollen!“ (2013).

Kilobyte-Kyrie-Kirchenspaltung.

Kontrastierende kirchliche Ausdrucksformen des Glaubens.

Bad Oldesloe: „Unseren Glauben leben wir nur von Mensch zu Mensch … CD-Musik und Elektronik sind hier fehl am Platz!“

Anders ein paar Kilometer weiter in Ahrensburg, wo der Abschlußgottesdienst des Evangelischen Kirchentages 2013 in Hamburg per Fernübertragung auf Großbildleinwand zum Rudelgucken („public viewing“, wie man es von Fußballmeßfeiern kennt) feilgeboten wird: „Hallo, hier und an den Bildschirmen … könnt ihr mich hören?“ „Jaaaaaa ….“ ertönt aus vielen Kehlen die unerhörte Antwort. (2013).

Christentum 2001: Dessous-Show im Gotteshaus.

Gottes Nähe mit allen Sinnen genießen … Glaube, Liebe und Lust … Menschsein, Schönsein, Gott nahe sein … (oder ähnlicher zeitgeistiger Motto-Schmock, mit dem man glaubensmüde Hunde, die ewig leben wollen, hinterm Ofen hervor auf die Kirchenbank locken will, wenn man sie schon nicht in der Kirche halten kann): „Daran, daß Frauen in dieser Kirche predigen, hatte ich mich ja inzwischen gewöhnt!“