Kategorie: Kultusminister

Bildungsformel Eins: Turbo-Abitur, später G8 genannt.

Als der Schnellabitur-Schwachsinn geboren wurde: „Nochwas: wem schlecht wird, der hält sich seine Schultüte vors Gesicht!“ rufen die Buspiloten den ABC-Schützen zu. Natürlich wurden die Turbomotoren der Abitur-Linienbusse seither noch mehrfach umgebaut. Das Zwangs-G8-Getriebe bewährte sich nicht, und es flossen nachträglich Schaltmöglichkeiten auf G9 in die Serie ein. Aus der Experimentier-Werkstatt der Bildungspolitik ist allerdings unverändert Hämmern, Feilen und Schweißen zu hören. Mal sehen, welcher schrottige Klapparatismus als nächstes die Tore verläßt. Karikatur von 2004.

Hamburgs Erster Bürgermeister sucht einen Kultursenator.

2001. Im Hamburger Senat ist der Posten des Kultursenators vakant. Der Erste Bürgermeister und Chef des Senats, Ole von Beust (CDU), sucht einen Nachfolger. Vor ihm liegt das Telefonbuch, aus dem er bereits fleißig Personen, die auf Anruf abgesagt haben, ausgestrichen hat. „Moin – von Beust ist mein Name! Wollen Sie nicht Kultursenator werd… aufgelegt!“ (2001).

Lehrermangel.

Und sei die Not an der Schule noch so groß. Es findet sich immer jemand, der eine helfende Hand als nicht zum Helfen legitimiert erkennt. Der mögliche Vertretungsunterricht des Hilfspädagogen, der ansonsten sinnlos verstreichende Lehr- und Jugendzeit der Schüler zumindest behelfsweise bereichern könnte, wird verhindert: „Augenblick – Sie haben doch keine richtige Lehrerausbildung!“ (2004).

Hausaufgaben? Konnte ich nicht machen … mußte etwas für die Schule tun!

Gymnasium Trittau. Schüler gehen arbeiten, um Schulmöbel für einen neuerrichteten Schulanbau zu finanzieren. Papas und Mamas Steuern reichen nicht. Zeugnis: Mitarbeit für schulische Belange. Haus-Aufgaben für den Schuletat. Fleiß für die Schulausstattung. Sonstige Leistungen: Deutsch, Mathematik, Biologie, Sozialkunde … „Nur noch 3.0000 qm für den neuen Klassenschrank …“ (2012).

Staatsknete: Großer Geschenketisch, kleines Päckchen.

Bescheiden und aufsehenerregend knickerig nimmt es sich aus, das Steuergeldgeschenk aus dem Ministerium. Große Augen machen alle, die sich vom Landeszuschuß für die Kindertagesstätten im Landkreis Storman viel versprochen haben. Der Kieler Kultusminister Ekkehard Klug (FDP) versucht, sich mit einem Lächeln über die Situation hinwegzuretten: „Ehrlich: In meiner Minister-Aktentasche sah das Paket riesig aus!“ (2011).