Kategorie: Mobilcom

Unternehmertum im wechselnden Glück der Zeiten: Mobilcom.

Nachdem die Büdelsdorfer Firma Mobilcom AG als Mobilfunkprovider und Verbindungsnetzbetreiber eine aufsehenerregende Geschäfts- und Börsenkarriere hingelegt hatte, verschlechterte sich ihre finanzielle Lage im Verlauf des Jahres 2002, im Zusammenhang mit der Ersteigerung von UMTS-Lizenzen und den Kosten für den UMTS-Netzaufbau, erheblich. Mobilcom- Gründer Gerhard Schmid war als Vorzeigeunternehmer des „Neuen Marktes“ und als Vorreiter bei der Einführung preiswerter Verbindungstarife populär. Im Bild wird sein Kreditantrag am Tisch der kreditgebenden Banken und Sparkassen nur noch mit der Kneifzange angefaßt. Ein Banker raunt: „Und ich wollte ihm letztens noch 10 Anlageberater auf den Hals schicken …“

Karikatur von 2002.

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Die Büdelsdorfer Mobilcom AG in der Krise (2002).

2002. Es ist Bundestagswahlkampf, die erste Amtszeit des Bundeskanzlers Schröder geht zuende. Er und sein Wirtschaftsminister Müller am Steuer eines Abschleppwagens. Erkundigung beim Mütterchen Wettbewerb, welchem sie gerade ihre Hochschätzung ausdrücken: „Sie haben nicht zufällig einen Bus mit 5.000 Wählerstimmen gesehen?“

5.000 Arbeitsplätze auf einmal ist eine beachtliche Arbeitsmarkt-Oberweite, die das Auge des Baywatch-Rettungsschwimmkanzlers Schröder fesselt: „Du steckst im Schlamassel, Schöne?“ Schmalbrüstigere Arbeitgeber, denen das Wasser bis zum Hals steht oder die bereits für immer untergehen, sind weniger interessant, auch wenn bei ihnen in der Summe genausoviele Jobs auf dem Spiel stehen.

Mit Bundeshilfen in dreistelliger Millionenhöhe versteht die Regierung Schröder schlimme Arbeitsplatzverluste bei Mobilcom zu verhindern – jedenfalls bis zum Wahltermin. Mobilcoms Vorstandschef Torsten Grenz hört die Stimme des Mannes, der ihm väterlich das Ohr tätschelt: „… und über Arbeitsplatzabbau reden wir erst nach der Wahl, klar?“

Grenz versucht, die Mobilcom-Maschine durch Kostensenkungen abzufangen. „Wir müssen runter … runter … runter!“.