Kategorie: Rechtschreibung

Genmanipulierte DNA-Rechtschreibung.

Vor dem Europäischen Patentamt in München. Der liebe Gott nimmt das patentierte DNA-Design eines Genmanipulateurs und Gottspielers in Augenschein. „Na, Kollege! Da haben Sie meine Rechtschreibung ganz schön reformiert …“

Karikatur von 1999.

Genetically modified DNA-spelling. In front of the European Patent Office in Munich. The good Lord peers the patented DNA design made by a genetic engineer. „Well, colleague! Seems you have reformed my spelling quite prettily…“

Caricature as of 1999.

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Gnocchi in Kräuterpesto.

Menüanschrieb an der Tafel: Njocki in Kräuterpesto. Die junge Servicekraft im Restaurant rechtfertigt sich: „Ich weiß wohl, daß es „Gnocchi“ geschrieben wird, aber dann sagen die deutschen Gäste immer „Gnotschi“ und die italienischen verdrehen die Augen!“ (2006)

Chalk-noted menu on the blackboard: Njocki in herb pesto. The young waitress in a restaurant justifies herself: „I am well aware that it is written „gnocchi“, but then the German guests always say“gnotchi“and the Italian roll their eyes!“ (2006)

Flensburg hat ein Schiffahrtsmuseum und ein Schifffahrtsmuseum, beide unter einem Dach.

Auf dem roten Schild rechts die gut lesbare Schreibweise mit zwei f, auf den Fahnen die bürokratisch-obrigkeitlich angeordnete neue Schreibweise mit drei f, welche bemüht zu sein scheint, auf lautmalerische Weise entweichenden lauen Orthographiemief darzustellen: Schiffffffffahrtsmuseum. (2012)

Flensburg, a town in northern Germany, has a maritime museum, its German word written with two f,  and a maritime museum, its German word written with three f, both under one roof. On the red plate on the right we see the well- legible spelling with two f, on the flags, however, the bureaucratic-authoritarian arranged new spelling with three f, which seems to endeavour representing the noise of escaping orthographic narrow-mindedness in an onomatopoetic way: Schiffffffffahrtsmuseum. (2012)

Hier das rote Schild noch einmal in Großaufnahme.  Motto: „Rund um Dampf, Rum und Segel“. Den Sponsor, die Flensburger Sparkasse, gibt es unter diesem Namen längst nicht mehr. (2007).

Here the red sign again in close-up. Motto: „On steam-, rum- and sail-related topics.“ The sponsor,  Flensburger Sparkasse savings bank, does no longer exist under this name for years. (2007).

Hier das Emblem, das auf den Flaggen im ersten Bild zu sehen ist, in einer älteren Variante mit zwei f: Schiffahrtsmuseum. (2007)

Here the emblem which is seen on the flags in the first image in an older version with two f: Schiffahrtsmuseum.(2007)

Die Fassade des Schiffahrtsmuseums in der Totalansicht, gesehen vom Straßenzug „Schiffbrücke“ aus. Zwei f. (2004).

The facade of the Schiffahrtsmuseum Maritime Museum in the total view, seen from“Schiffbruecke“ street. Two f. (2004).

 Eine Gedenktafel. „Dieses Haus wurde 1842 von der dänischen Zollbehörde erbaut. 1864 übernahm es Preußen, 1945 das Land Schleswig-Holstein. 1979 beschloß die schleswig-holsteinische Landesregierung den Umbau zum Schiffahrtsmuseum. Am 12. Mai 1982 hinterlegte Finanzminister Rudolf Titzck zur Erinnerung an den Beginn der Umbauarbeiten an dieser Stelle eine Urkunde.“ Unfreiwillig wurde die Gedenktafel in späteren Zeiten auch Erinnerungsstück an den alldeutschen Rechtschreib-Reformblödsinn. Denn spätere Generationen werden sich fragen, warum auf dieser Tafel Schiffahrt und nicht Schiffffffahrt steht. (2007).

A commemorative plaque. „This house was built in 1842 by Danish customs authorities. 1864 Prussia took it over, in 1945 the state of Schleswig-Holstein. In 1979 the Schleswig-Holstein state government decided its transformation into a maritime museum (Schiffahrtsmuseum). On May 12, 1982 Finance Minister Rudolf Titzck to commemorate the beginning of the renovation work filed at this point a certificate. “ Involuntarily, the plaque in later times became also memento of the Pan-German spelling reform nonsense. For later generations will wonder why on this tablet „Schiffahrt“ is written and not „Schiffffffahrt“. (2007).

Bildungs"politik": Schöpferische Zerstörung? Nein, zerstörende Schöpfung!

Der Rücken junger, wissensdurstiger Menschen deutscher Zunge: eine Experimentierlabor für mauernde, maurernde und vermauerte Ideologenhirne. Jeder parteipolitisch aufgestiegene und solcherart machtversorgte Wicht fühlt sich aufgerufen, alles Vorhandene umzustoßen, alle Werte umzuwerten und neu zu schichten, auf daß die Bildungslandschaft, die Menschheit und überhaupt die Welt besser werde. Sie basteln an ihren Denkmalen und Leuchttürmen, zur Erinnerung an ihr Handeln und ihre Existenz. Aber diese Monumente ihres Gutmenschentums, sie stehen nur kurz. Denn die nachrückende Riege derer, die wie alle ihre Vorgänger nach reformerischer Transzendenz suchen, steht schon bereit und pflügt den Acker neu. Mengenlehre rein in die Grundschule und wieder raus. G9, dann G8 genanntes Abitur und wieder G9, wer will. Rechtschreibung heute so und morgen so. Lockflöten der Erziehungspfeifen: Chancengleichheit. Gerechtigkeit. Leichter lernen. Leistungsmessung, Lernkontrolle? Alles böse und präfaschistoidrechts. Wählt mich, ich mache es euch leichter. Abitur für jeden. Reformierte Oberstufe, dann wieder reformiert und nochmals reformiert und abermals. Wer hat seine politische Pissmarke noch nicht hinterlassen? Nur herbei, bildungsreformerische Jungbullen und -kühe! Hier könnt ihr eure Hörner abstoßen, denn eure Opfer sind jung, formbar, beeinflußbar, wehrlos und KINDER! Inzwischen und total überraschend hakt es immer schlimmer in der Schule. Rütli und Tütli. Pisa und mieser. Schulalltag koedukativ und voller gender-ethnisch-religiöser Konflikte, um Klassen messer. Mit Präsenzpflicht. Kinder ins Staatslabor, sonst Knast für die Eltern. Und: wer bremst, verliert. Rast die Politik auf den Abgrund zu, gibt sie Gas. Sie hört grundsätzlich fünf Minuten nach zwölf auf. Das alles ist so widerlich, daß die wenigen verbliebenen hellen Köpfe das Weite suchen, das Ausland, sobald sie volljährig sind. Der bemitleidenswerte größere Rest der Schülerschaft nimmt teil an der Fahrt in den Abgrund. Muß doch kaputtzukriegen sein. Das Ende des staatlichen Bildungstunnels. „Gott ließ uns fallen, und so stürzen wir denn auf ihn zu.“ (F.D.). (Karikatur von 2007).