Kategorie: Software

Conny Zuseh: Software-Patente.

Auf dem Bildschirm des IT-Leiters Conny Zuseh prangt eine anwaltliche Abmahnung: „Sie verletzen des Blackscreen-Software-Patent!“ Fassungslos ringt Zuseh nach Worten: „Aber der Rechner ist doch noch nicht mal eingeschaltet!“

Karikatur aus dem Jahre 2004.

Conny Zuseh: Software patents.

On the computer screen of the IT admin Conny Zuseh a lawyer’s cease and desist letter shines forth: „You hurt the blackscreen software patent!“ Stunned, Zuseh struggles for words: „But the computer is still not even switched on!“

Caricature as of 2004.

Betriebsfeier-Feldversuch.

Conny Zuseh bleibt der Betriebsfeier zwar fern, nimmt aber dennoch Anteil am bunten Treiben der ausgelassenen Kollegen. Während der firmeneigene Fotokopierer unter erhöhtem Alkoholpegel und zum allgemeinen Gaudium der Festgesellschaft bei der Dokumentation mitarbeiterspezifischer Gesäßtopographie Verwendung findet, nutzt Conny die Gelegenheit, seine Mustererkennungs-Software anhand vorliegenden Hintern-Bildmaterials zu verfeinern und einen diesbezüglichen Feldforschungsaufsatz ins Diktiergerät zu sprechen. (2005).

Company party field test. Conny Zuseh fails to appear at the company party, but takes share in the hustle and bustle of the boisterous colleagues. While the proprietary photocopier is used under elevated alcohol level and the general amusement of the festive company for documenting employee-specific buttocks topography, Conny takes the opportunity to refine his pattern recognition software (based on available butt-visual material) and to speak a relevant field research essay into the dictaphone. (2005).

Siegeszug der Nacktscanner-Technologie.

Wenn technisch die Möglichkeit besteht, automatisiert alles zu ermitteln, was Menschen mit sich führen, ergibt sich eine Vielzahl von Möglichkeiten. Zum Beispiel die Absicherung von öffentlichen Papierkörben gegen unerwünschte Befüllung mit privatem Hausmüll, wie hier gezeigt. (Innenstadtattraktivierung: der intelligente Papierkorb mit Durchblick. „Klappe bleibt gesperrt. Sie haben Hausmüll bei sich! … Sie sind eine Krähe!“) Wenn zusätzlich die technische Möglichkeit besteht, automatisiert zu ermitteln, wer gerade an einem bestimmten Papierkorb vorbeigeht, lassen sich Besitzverhältnisse, Aufenthaltsorte und Bewegungen, Zeitvertreib und fiskalischer Status vorzüglich beurteilen. Der Nacktscanner könnte mit einem RFID-Lesegerät gekoppelt werden. RFID steht für „radio frequency identification“, also Identifikation über Funkfrequenz, und erlaubt die Erfassung des Datenhinhalts, der auf einem winzigen, batterielosen Schaltkreis hinterlegt ist. Dieser Datenhinhalt kann beträchtlich groß sein. Und die Erfassung kann einfach im Vorbeigehen oder Vorbeifahren erfolgen. So einen Schaltkreis haben Sie gar nicht bei sich, sagen Sie? Vielleicht nicht, vielleicht noch nicht. Was alles in den messingfarbenen Chips auf den Plastikkarten untergebracht ist, die wir neuerdings mit uns herumtragen – wer weiß es. Auffällig ist jedenfalls, daß die staatliche Verwaltung ihren Bürgern immer mehr von diesen Dingern aufdrängt, sei es als „elektronischer Personalausweis“, sei es als „elektronische Gesundheitskarte“. Die Datenerfassung gerät immer mehr in den Bereich des Unsichtbaren und Nichtwahrnehmbaren. Es wird immer schwerer, zur Kenntnis zu nehmen, wer wann was auf welche Weise zu welchem Zweck über den Bürger und sein Verhalten zur Kenntnis nimmt und was er mit diesen Erkenntnissen anstellt. Technologische Möglichkeiten entwickeln sich, sie bieten neue Möglichkeiten für Staat und Wirtschaft, und diese Möglichkeiten werden genutzt. Bei der Vereinfachung der Warenlogistik (dort wurde die RFID-Technologie zuerst eingesetzt) hat der Bürger als Konsument Kosten- und Preisvorteile davon. Bei seiner eigenen Verwandlung in ein wandelndes Datenpaket dürfte er, wäre er sich dessen voll bewußt, weniger glücklich sein, auch wenn man ihm das alles mit Neusprech wie „schlanke Verwaltung“ schmackhaft zu machen versucht. Die Tage einer Müllabrechnung mit genauer Stückliste des weggeworfenen Hausmülls bis auf die letzte Kartoffelschale sind, beurteilt nach den sich abzeichnenden technischen Möglichkeiten, nicht mehr fern. Und die Tage eines total veänderten gesetzlichen Begriffs von Menschenrechten, Datenschutz, Privatheit, Würde und Informationsfreiheit wohl auch. (Karikatur von 2010).

Triumph of body scanner technology. If it is technically possible to figure out automatically everything what people carry with them, there is a host of possibilities. For example, the protection of public litter bins from unwanted filling with private household waste, as shown here. (Making city centers more attractive – the intelligent litter bin looking through! „Door remains locked because you have trash with you! … you are a crow!“) If, in addition, there is a technical device mounted just on a particular litter bin that allows to determine automatically who passes by, this means an excellent possibility to assess ownership, whereabouts and movements, and fiscal status . The body scanner could be coupled to an RFID reader. RFID stands for „radio frequency identification“, i.e. identification by radio frequency, and enables the caption of data that is stored on a tiny, battery-free circuit. This data stock can be considerably large. And the captioning can be done simply while passing or driving by. Such a circuit you do not have with you, you say? Maybe not, maybe not yet. All of what is housed in the brass-colored chips on the plastic cards that we carry around with us – who knows. It is striking in any case that the state administration imposes its citizens more and more of these chips, whether as „electronic identity card“, or as „electronic health card“. The data captioning process is more and more invisible and unperceivable, following technological development. It becomes harder and harder to take note of who in the world is taking note of a particular citizen’s behavior regarding the kind of data he collects, when he collects,  how he does it, for which purpose he does it and to whom he transfers the gained knowledge about this particular citizen. Technological capabilities develop, they provide new opportunities for government and industry, and these opportunities are taken use of. In simplifying product logistics (RFID technology was first used there), the citizen as a consumer takes cost and price advantages thereof. Of his own transformation into a walking data package he would, fully aware of, be less happy, even if government tries it all to make this stuff tasty to him with Newspeak as „lean management“. The days of a garbage billing with an accurate list of discarded household waste up to the last potato peeling are not far away, judged according to the emerging technological possibilities. And the days of a totally changed legal concept of human rights, of data protection, of privacy, of dignity and freedom of information probably as well. (Caricature as of 2010).

Computer: Festplatten-Hygiene.

Conny Zusehs PC-Bildschirm warnt: Browser-Verfallsdatum seit 10 Wochen überschritten! In und an seinem Rechner tummeln sich Viren, Würmer und Trojaner. In der Küche schimpft er vor dem Kühlschrank: „Der Schinken! Seit zwei Wochen abgelaufen! Voller Würmer, Schimmel und Viren!!“ Seine Gattin, genervt: „Von welcher Festplatte die wohl gekommen sind?“ (2008).

Hard Drives hygiene. Warning on Conny Zuseh’s computer screen: Browser expiration date is exceeded for 10 weeks! In and on his PC there are computer viruses, worms and Trojans. In the kitchen he scolds front of the fridge: „The ham expired for two weeks, full of worms, fungi and viruses!“ His wife, irritated: „Which hard drive did they probably come from?“ (2008).