Kategorie: SSW

Am Amte kleben.

„Zu lange ist auch nicht gut. Darum schließe ich für die Landtagswahl 2035 eine erneute Minderheitsregierung definitiv aus!“ „Sie wird vergeßlich! Dasselbe hat sie 2030 auch versprochen …“

Altersweisheit der Neunzigjährigen.

Im Februar 2005 versuchte die amtierende Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins, Heide Simonis (SPD), hier am Rednerpult dargestellt, eine Regierungsbildung, für die sie die Unterstützung des SSW, der Partei der dänischen Minderheit, benötigte. Im März 2005 schien eine parlamentarische Mehrheit gefunden, die ihr den Verbleib im Amte sichern sollte. Bei der Ministerpräsidentenwahl im Landtag scheiterte sie allerdings, weil ihr ein unbekannter Abgeordneter (in der Presse „Heide-Mörder“ genannt) in mehreren aufeinander folgenden Abstimmungen die Gefolgschaft verweigerte und somit die für ausreichend angesehene parlamentarische Ein-Stimmen-Mehrheit schon im ersten entscheidenden Moment nicht erreicht wurde.

Eine vergleichbar absurde Karikatur ließe sich im Januar 2018 jederzeit mit der Figur der Angela Merkel am Rednerpult zeichnen.

Zu lang genossene Macht macht süchtig und bewirkt regelmäßig den Verlust des klaren Blicks auf die Verhältnisse.

Karikatur aus dem Jahre 2005.

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD): Dialog. Offenes Ohr.

 Die küstenkoalitionären Fraktionsvorsitzenden im Kieler Landtag Lars Harms (SSW), Ralf Stegner (SPD) und Eka van Kalben (Grüne) (von links nach rechts) rufen dem Ministerpräsidenten in sein petersiliefreies Ohr: „Alle neuen Gesetze sind in Sack und Tüten!“ Starker Dialog für sein starkes „Lieblingsland“ Schleswig-Holstein, wie Albig während des Landtagswahlkampfes 2012 plakatieren ließ. (Karikaturen von 2013).

2005: Königsmacher Südschleswigscher Wählerverband (SSW).

Im Februar 2005 sind die Mehrheitsverhältnisse nach der Wahl im Kieler Landtag sehr knapp. Der Partei der dänischen Minderheit, die von der Fünf-Prozent-Klausel befreit ist, wächst die Rolle des „Königsmachers“ zu. Auf die Stimme von Anke Spoorendonk (SSW) kommt es an, sie hat die Ministerpräsidentenkrone von dänischen Gnaden zu vergeben. Anwärter sind Peter-Harry Carstensen von der CDU und Noch-Amtsinhaberin Heide Simonis (SPD). Am Ende fällt die Wahl des SSW auf Heide Simonis, die auf ein Bündnis SPD-Grüne-SSW setzt, allerdings wenig später nach  einer historisch einmaligen Serie von Abstimmungsniederlagen im Landtag nicht wieder zur Wahl antritt. Ein bis heute unbekannter Abgeordneter aus den Reihen der SPD-Fraktion verweigert Simonis in vier aufeinander folgenden Abstimmungen die Gefolgschaft, was bei der Ein-Stimmen-Mehrheit, auf die Simonis sich verlassen wollte, das gesamte Koalitionsprojekt scheitern ließ. Carstensen wird Nachfolger von Simonis im Amt des Ministerpräsidenten.