Kategorie: Technologie

Conny Zuseh: Avatar. Persönlichkeitsspaltung.

Avatare, die ein zweites, drittes, viertes und viele weitere virtuelle Leben ermöglichen. Conny Zuseh: „Herr Doktor, ich habe eine avatarische Identitätskrise!“ Antwort des Therapeuten: „Wegen Terminnot kann ich Sie leider nur avatarisch behandeln!“ Diese Behandlung erfahren bereits Connys viele Avatare und klagen: „Ich fühle mich so gespalten …“ Und jeder der Therapeuten-Avatare denkt sich: „Oh nein – nicht noch einer …“

Karikatur aus dem Jahre 2007.

Conny Zuseh: Avatar. Personality split.

Avatars that allow a second, third, fourth, and many more virtual lives. Conny Zuseh: „Doctor, I have an avatar identity crisis!“ Therapist’s answer: „Because of schedule difficulties I unfortunately can treat you only as an avatar!“ Connys many avatars already receive this treatment and lament: „I feel so dissociated …“ And each of the therapist’s avatars thinks: „Oh no – not another one …“

Caricature as of 2007.

Poké-Stop.

Fußwege der zwei Geschwindigkeiten in der Stadt. Die Schnellspur für ältere Herrschaften mit Einkaufsroller („Hackenporsche“) im Schlepp, die Langsamspur für junge Pokémon-Go-Spieler, deren Blick auf dem Smartphone-Display klebt. Der Verwechselungsgefahr wird mit energischer Zurechtweisung begegnet: „Ob ich ein materialisiertes Gift-Pokémon bin? Frechheit! Bleiben Sie gefälligst auf Ihrer Spur!“

Karikatur aus dem Jahre 2016.

Footpaths of two speeds in the city. The fast track for older people with shopping scooter in tow, the slow lane for young Pokémon Go players who stick their attention to smartphone display. The risk of confusion is met by energetic rebuke: „Whether I am a materialized Poison Pokémon? Impudence! Stay kindly on your lane!“ On sign: WLAN for free.

Caricature as of 2016.

Bronze-Badeente: Köstlicher Schwachsinn im Dienste der Wissenschaft.

Die in Bronze gegossene Form einer gelben Plastik-Badeente dient einem Glastür-Eingang am Deutschen Haus, Flensburg, als Türdrücker. Sie erinnert den Kenner (keine Hinweistafel informiert darüber) an das erste deutsche (Bade-)Entenrennen  unter dem Titel „Enten-Regatta“, das am 2. Oktober 1993 auf dem Flensburger Mühlenstrom stattfand.

4.302 baugleiche Plastikenten (Quelle: „Flensburger Tageblatt“ vom 4. Oktober 1993) wurden auf dem Gelände der Papierfabrik „Feldmühle“, heute Mitsubishi Paper, in den nach Norden fließenden Mühlenstrom eingesetzt und waren auf ihm etwa eine Stunde unterwegs. Der Zieltrichter befand sich an der Hafenspitze (zugleich Südspitze der Flensburger Förde), in die der Mühlenstrom unterirdisch verrohrt einfließt. Dort warteten 5.000 begeisterte Badeenten-Eigner und neugierige Zuschauer gespannt auf den Zieleinlauf.

Einige Wochen zuvor hatte ein Probelauf für die Badeenten stattgefunden: 500 Exemplare waren in den Lautrupsbach eingesetzt worden, der von Osten durch ein romantisch begrüntes Tal in den Flensburger Hafen fließt. Hier stellten sich allerdings Schwierigkeiten ein – es gab zuwenig Strömung, zuwenig Schub. Deshalb entschied man sich am Ende für den Mühlenstrom als Regattastrecke.

Ideengeber und Organisator dieser innovativen und äußerst erfolgreichen Badeenten-Veranstaltung, die deutschlandweit viele Nachahmer fand und findet, war der Dozent für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Flensburg (FHF, oder FH), Dipl.-Ökonom Thomas W. Friedrich. Dieser wirkte einige Zeit später als Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Deutschen Hauses und veranlaßte in dieser Eigenschaft die Montage des im Bild gezeigten Enten-Türdrückers, der sich bis heute an Ort und Stelle befindet.

Das Veranstaltungsplakat, das die gelben Badeenten im Wasser und Stockenten im Flug vor blauem, bewölktem Himmel zeigt, wurde von dem Flensburger Künstler Gert Hagel illustriert. Dieses Plakat kündigt an: „Veranstaltungen im Regatta-Zelt. 1. Okt.’93: Oktober-Party mit Live-Musik und vielen Enten-Überraschungen. 2. Okt.’93: Enten-Party mit Live-Musik und der Gruppe „Trio Nimmersatt“. Karten erhältlich bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Eintritt für die Zeltveranstaltung je Tag DM 10,–. Enten in fast allen Flensburger Geschäften erhältlich, sowie im AstA-Büro der FH und PH ((PH steht für Pädagogische Hochschule, gw)) — Stückpreis: DM 6,–. Veranstalter: Fachhochschule Flensburg.“ Die Verbindung zur Fachhochschule Flensburg erklärt sich daraus, daß Studenten der FH damals an der Entwicklung innovativer Wasserfahrzeuge arbeiteten, die bereits im Jahr zuvor, vom 30. April bis 3. Mai 1992, auf der „XIII. Internationalen Waterbike Regatta “ an der Flensburger Hafenspitze zu sehen waren. Die Flensburger waren mit einer Konstruktion namens „Flying Magic“ am Start. Der Überschuß aus der Enten-Regatta des Jahres 1993 sollte der „Arbeitsgemeinschaft Tretboot“ der FH zugute kommen.

Das „Flensburger Tageblatt“ veröffentlichte hierzu am 16.10.1993 einen Artikel mit der Überschrift: „Köstlicher Schwachsinn im Dienste der Wissenschaft“. Darin wird der Organisator Friedrich mit den Worten zitiert: „Wissenschaft muß auch Spaß machen“. Weiter heißt es dort: „(…) das vordergründig unsinnige Wettschwimmen der gelben Plastikdinger hatte nach seiner ((Friedrichs, gw)) Ansicht durchaus ernstzunehmenden Charakter. Technisch, betriebswirtschaftlich, kulturell, mathematisch, psychologisch oder soziologisch. Die Forschungsansätze seien disziplinenübergreifend. ‚Vom Physiker bis zum Philosophen — die Badeente berührt nahezu alle Lebensbereiche'“. Friedrich, in demselben Artikel: „Die Gesellschaft hat das zweckfreie Spielen verlernt.“ und „Es ist nichts Esoterisches. Jeder kann mit seiner Ente machen, was er will. Soziologisch hochinteressant, wie sich das Individuum zu seiner Badeente verhält. Sie hat nichts Elitäres, sie ist für alle da – und beschert nahezu unendliche Einsatzmöglichkeiten,“

Auf der Teilnahmekarte wurde der Name und die Adresse des Besitzers, die Nummer und der Name der Ente vermerkt:

Foto (Türdrücker) aus dem Jahre 2012.

Bronze version of a rubber duck: Delicious idiocy in the service of science.
The form of an originally yellow rubber duck cast in bronze serves as handle on a glass door entrance at Deutsches Haus, Flensburg, northern Germany. The connoisseur knows the background, as there is no hint or sign: the first rubber ducks‘ race („Duck Regatta“) in Germany ever, which took place on October 2nd, 1993 on Flensburg’s Mühlenstrom river. The revenues of this event were used for financing students‘ works in developing waterbike vessels at Flensburg’s School for Applied Sciences (Fachhochschule Flensburg).
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Sense Cam.

Sense Cam — eine Orientierungshilfe für Personen mit klinischen Problemen bei Gedächtnis und Merkfähigkeit. Das Gerät macht regelmäßig Aufnahmen der Umgebung, in der sich sein Träger befindet. Beim digitalen Durchblättern dieser Aufnahmen kann er bedarfsweise rekapitulieren, wo er sich aufgehalten hat.
Conny Zuseh testet das Gerät und landet prompt auf einer Polizeiwache. Die Sense Cam wird an einen Monitor zur Beweissicherung angeschlossen, und Conny muß sich erklären: „Alles nur ein Mißverständnis! Meine Sense Cam macht alle zwei Minuten ein Foto als Gedächtnishilfe. Und dann setze sich die Dame im Bus auf den Sitz gegenüber …“
Karikatur von 2009.

Sense Cam – a guide for people with clinical problems with memory and memory retention. The unit regularly makes recordings of the environment in which its bearer is situated. By digitally browsing these shoots he can, if necessary, recapitulate, where he was staying the time before.


Conny Zuseh tests the device and ends promptly at a police station. The Sense Cam is connected to a monitor to secure evidence, and Conny must explain himself:. „It’s all a misunderstanding. My Sense Cam makes a photo every two minutes as a reminder and then on the bus the lady sat down on the opposite seat… „

Caricature as of 2009.

NSA-SS (Spitzel-Staatsschurkentum): Lange bevor Snowden kam.

NSA – Amerikas Codeknacker und Codeschreiber. Conny Zuseh kommuniziert über Skype: „Pst! Werde das Gefühl nicht los, daß die NSA unser Gespräch mithört, auch wenn sie mir immer versichert, es nicht zu können!!!“ Die Lauscher, Horcher und Gucker, die die Unterhaltung heimlich in ihren gelbkrummen Klauen haben, merken auf: „Er wird mißtrauisch! Erhöhe die Belohnungssumme für eine wirksame Skype-Abhörmethode um weitere zehn Milliarden!“ Ist ja das Geld der Steuerzahler. Warum soll man die Steuerzahler nicht für ihre eigene Ausforschung — mit stets modernster Technik durch willige Abhörnutten des Staates — bezahlen lassen? Freiheitlich-westlicher Menschengrundrechts-Vorbildsstaat eben!

Karikatur von 2009.

NSA-SS (State’s knavishness in Spying): Long before Snowden came.

NSA – American Codebreakers and Codewriters. Conny Zuseh communicates via Skype: „Shush! Can’t get rid of the feeling that the NSA listens to our conversation, even if they always assure me they can’t !!!“ The snoops and spooks who have the conversation secretly in their yellow crooked claws are alerted: „He becomes suspicious! Increase the reward sum for an effective Skype interception method for another ten billion!“ It is only the taxpayers‘ money indeed. Why should not taxpayers pay for spying on their own lives with always the latest technology through willing interception hookers of the state? Liberal Western human basic right model state, precisely!

Caricature as of 2009.

Karikatur eines Mercedes-Designs.

Masterpiece of Intelligence: „Wenn Sie mir bitte noch einmal zeigen würden, wo genau sich das Markenemblem befindet?“

Karikatur von 2016.

Caricature of a Mercedes-appearance.
Masterpiece of Intelligence: „If you would like to show me once more, Sir, where exactly the brand emblem is, please?“

Caricature as of 2016.